Er ist ein Phänomen der Popkultur – was auch immer man darunter versteht. Er ist der strahlende Held der freien Welt. Er ist stets eine Momentaufnahme der realen Welt und ein Spiegel, der uns auf eine gewisse naive und unterhaltsame Weise vorgehalten wird. Er ist außerdem der Albtraum aller Feministinnen weltweit. Er ist ein verdammter Chauvinist – aber kann der küssen...
Er ist gleichzeitig die längste und ambitionierteste Filmreihe aller Zeiten. Nun – nach vier langen Jahren – ist er wieder da. Der Mann, der seinen Namen nicht sagen kann, ohne, dass jedes Mal smoother 60s Jazz angespielt wird: Bond – James Bond...
Agent 007 ist mit einem heiklen Auftrag betraut worden. Er muss verhindern, dass eine Liste mit den Namen aller Geheimagenten gestohlen wird, die sich in terroristische Organisationen einschleusen konnten. Dieser Auftrag führt ihn an einen absurd-abwegigen Ort und so muss Bond den flüchtigen Dieb durch Istanbul verfolgen. Während die beiden Kontrahenten mit Motorrädern über die Dächer der Stadt brausen, sitzt M in der Zentrale und verfolgt die Ereignisse über Funk.
Bonds Kollegin Eve ist ebenfalls vor Ort und bildet den Backup – falls etwas schief geht. Und es geht schief. Bond stellt den Dieb auf dem Dach eines Zuges und es sieht ganz so aus, als ob er den Kampf diesmal verlieren würde. M wird das Risiko zu hoch und sie befiehlt Eve, zu schießen, obwohl kein eindeutiges Schussfeld besteht. Noch mehr geht schief und der Bösewicht wird verfehlt. Stattdessen wird Bond getroffen, der darauf hin in eine tiefe Schlucht fällt und für tot erklärt wird.
Kurz darauf geschieht etwas unfassbares. Der Verschlüsselungscode für die Liste mit den Namen, der sich ausschließlich auf M's persönlichem Computer befindet, wird geknackt und die Zentrale des MI6 wird durch einen Bombenanschlag zerstört. M muss sich nun vor der Regierung rechtfertigen und gerät zunehmend unter Druck. Außerdem muss sie die ersten Spuren zu den Tätern verfolgen. Offensichtlich steckt der mysteriöse Silva hinter den Angriffen und der scheint seinen Gegnern immer einen Schritt voraus zu sein. Es sieht recht finster aus für den MI6; da taucht James Bond wieder auf...
Nachdem James Bond durch die späteren Teile mit Pierce Brosnan eine ausgeprägte Talfahrt absolviert hat, war die Neukonzeption des smarten Geheimagenten ein echter Segen. Daniel Craig entwickelte einen Bond mit Ecken und Kanten, der hart und kompromisslos mit ebenso kompromisslosen Schurken um die Geschicke der Welt und um sein eigenes Seelenheil kämpft. Der neue Bond wurde nämlich mit extrem emotionalen Situationen konfrontiert, mit denen sich ein Sean Connery nie herumschlagen musste. Diese recht einfachen und klischeehaften Storykniffe reichen aber aus, um eine überraschende Tiefe dieser bisher recht oberflächlichen Figur zu schaffen. Hinzu kommt eine tragische Note, die man bei bisherigen Abenteuern des Agenten auch nicht kannte. Das Ganze hat einen nüchternen und auf das Wesentliche reduzierten Rahmen und bot so einen perfekt konstruierten und super spannenden Agenten-Thriller.
Nach diesem überraschenden Reboot kam ein schwacher Nachfolger. Dessen Defizite wurden auf die Produktionsschwierigkeiten und dem Autorenstreik zurück geführt. Das kann nun keine Entschuldigung mehr sein, denn auch „Skyfall“ hatte mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Zunächst drohte die Pleite des Studios MGM. Anschließend wurde das Budget enorm zusammen gestrichen und dann wurden längst erteilte Drehgenehmigungen in Indien wieder entzogen. Der oscarprämierte Regisseur Sam Mendes ging es souverän an und man merkt dem fertigen Produkt keinerlei Querelen oder Schwierigkeiten beim Entstehungsprozess an. Ganz im Gegenteil: „Skyfall“ ist nahezu perfekt inszeniert. Hier erlebt man sofort das meisterliche Können eines Regisseurs, der seinen eigenen Stil in zahlreichen Filmen prägen konnte, die mit James Bond überhaupt nichts zu tun hatten.
Mendes' Filme waren immer sehr tragisch und von sehr gut konstruierten und starken Figuren geprägt. Es war nicht ganz klar, ob dieser Stil bei James Bond funktionieren würde, ohne die Fans der klassischen Variante zu verschrecken. „Skyfall“ ist nun genau das geworden: Ein Film, versetzt mit liebevollen Zitaten und Querverweisen auf die klassischen Filme und voll mit tragischen Momenten. Weder die Einführung eines neuen Q's, noch die Beleuchtung von Bonds tragischer Kindheit, wirken dabei bemüht oder krampfhaft.
Neben der gut inszenierten und platzierten Action, nimmt sich der Film viel Zeit, um die Charaktere zu entwickeln. So dauert es ein gutes Drittel des Films, bis Bösewicht Silva – grandios: Javier Bardem – das erste Mal auftaucht. Wirkte ein LeChiffre damals beim ersten Auftritt noch ein bisschen übertrieben – und mit seinem künstlichen Auge, der Narbe im Gesicht und dem Asthmaspray, wie die Reinkarnation aller bisherigen Bondschurken in einer Person – braucht es bei Silva nur eine einzige, geniale Einstellung, um alles über diese Figur zu erfahren. Das Verhältnis zwischen Bond und M wird extrem wirkungsvoll dargestellt, durch einige wenige Nahaufnahmen von Gesichtsausdrücken.
Das sind die Unterschiede und in diesen Momenten zeigt Sam Mendes, fast schon gönnerhaft, wie man es richtig macht. Und – sozusagen als Zugabe – liefert er den spektakulärsten Showdown der kompletten Reihe.
Ich bin von „Skyfall“ begeistert. Es ist ein Film, der mir einfach in jeder Hinsicht gefällt. Mehr Lob geht nicht und mehr kann ich dazu wohl nicht mehr sagen. Von vorne an zu fangen, wäre wohl wirklich unnötig...
Skyfall (GB, 2012): R.: Sam Mendes; D.: Daniel Craig, Judi Dench, Javier Bardem, u.a.; M.: Thomas Newman; Offizielle Homepage
In Weimar: CineStar
Der Filmblog zum Hören: Jeden Donnerstag, 12:00 bis 13:00 Uhr auf Radio Lotte Weimar.
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Mittwoch, 14. November 2012
Montag, 22. Oktober 2012
Vorschau - Weihnachten 2012
Wie üblich, um diese Zeit, werfe ich einen Blick auf die kommenden Kinomonate. Vor allem in diesem Jahr, sind noch einige dick markierte Kästchen auf dem Kalender, die das Fest der Liebe sozusagen noch verfeinern dürften, wenn das überhaupt möglich ist.
Gangster Squad
Eigentlich sollte der Gangster-Actionfilm von „Zombieland“-Regisseur Ruben Fleischer am 1. November in den deutschen Kinos starten. Der Film spielt in den 40ern in Los Angeles. Ein Mafiaboss beherrscht sozusagen uneingeschränkt die Stadt. Seine Macht wird unter anderem auch von vielen korrupten Polizisten gestützt, weswegen ihm niemand etwas anhaben kann. Eine Hand voll Polizisten entschließt sich, endlich aufzuräumen, pfeift auf korrupte Kollegen und sämtliche Vorschriften und erklärt dem Mob den Krieg.
Ryan Gosling, Sean Penn, Josh Brolin, Emma Stone und Nick Nolte sind dabei. Klingt nach den besten Zutaten für einen spannenden und unterhaltsamen Actionfilm.
Der Film startet allerdings erst Ende Januar. Grund für die Verzögerung sind die Ereignisse in Aurora während der Premiere zu „The Dark Knight Rises“ im August diesen Jahres. Im Vorprogramm zum Batman-Film sollte der Trailer zu „Gangster Squad“ laufen. Hier ist allerdings eine Szene zu sehen, in der einige Gangster durch eine Leinwand in einen Kinosaal schießen. Der Trailer wurde gestoppt und die entsprechende Szene aus dem Film entfernt. Fleischer selbst hat das beschlossen und Nachdrehs anberaumt. Das ganze Projekt wurde also einfach verschoben. Dadurch ist natürlich die Vorfreude auf den Film noch mehr gestiegen.
Der Hobbit – Eine unerwartete Reise
Im Dezember ist es soweit. Es steht ein neuer Ausflug nach Mittelerde auf dem Programm. Peter Jackson hat sich entschlossen, der Vorgeschichte des Tolkien-Epos „Der Herr Der Ringe“ ebenso viel Platz und Aufwand einzuräumen, wie seiner ersten Trilogie. Und sogar noch mehr! Der Hobbit wird wesentlich besser aussehen, mehr Abwechslung und mehr verrückte Kreaturen zeigen und er wird obendrein in lupenreinem 3D präsentiert. Ist das nicht toll? Es geht noch weiter. Der Hobbit kommt in drei Filmen und nicht bloß in zwei Filmen heraus. Ist das nicht noch toller?
Es gab viele Gründe, sich darüber aufzuregen, dass Peter Jackson offensichtlich einfach nur Dollarzeichen in den Augen zu haben scheint. Einen anderen Sinn sieht man nicht in der Entscheidung, das ganze Ding auf drei Filme auszuwalzen. Der ein oder andere schreit schon wild nach Boykott! Außerdem sieht das Bild voll blöd aus, weil es mit 48 Bildern pro Sekunde gefilmt wurde. Überhaupt ist mir doch alles egal. Ich bin jetzt bockig und guck lieber noch hundertmal den Extended Cut der Originaltrilogie, bevor ich mir den neuen Schund angucke.
Aber einen Blick auf den neuen Trailer und alles ist vergessen. Es ist, wie nach Hause kommen. Es ist alles wunderschön. Die Zwerge, Bilbo, Gollum und Gandalf. Hach. Es wird wunderschön.
Skyfall
Den Film müsste ich eigentlich nicht erwähnen, freue mich aber so sehr darauf, dass ich es doch noch einmal tue. Seit Daniel Craig in die Rolle des Geheimagenten James Bond geschlüpft ist, ist ja alles anders und mir gefällt es plötzlich total gut. „Casino Royale“ war großartig und die Neukonzeption des Charakters bitter nötig. Durch das besondere Augenmerk auf Bonds Beziehung zu einer ganz bestimmten Frau, bekam der Agententhriller eine enorm dramatische Note, die das ganze Gefühl völlig verändert hat. Die Fortsetzung „Ein Quantum Trost“ war leider blöd und litt ganz offenbar am damals grassierenden Autorenstreik in Hollywood. Nun hat Sam Mendes die Regie übernommen. Nach solch emotionalen Vorschlaghämmern, wie „American Beauty“ oder „Revolutionary Road“ ist also der Drama-Part der ganzen Kiste gesichert. Zusätzlich zur Tragik kommt brachiale Action, eine extrem kompromisslose Judi Dench und ein nicht minder kompromissloser Javier Bardem als Bösewicht.
Erste Reaktionen nach Pressescreenings und Testvorführungen waren überwältigend. Es sei der beste Bondfilm aller Zeiten. Naja. Mit solchen Aussprüchen warte ich lieber noch, bis ich den Film selbst gesehen habe. Am 1. November ist es soweit und bis dahin reibe ich erwartungsvoll die Hände.
Des weiteren laufen in diesem Jahr noch die beiden Mammut-Roman-Verfilmungen „Die Vermessung der Welt“ von Detlef Buck und „Der Wolkenatlas“ von Tom Tykver und den Wachowskis an. Darüber kann und will ich nichts sagen. Nur soviel: Braucht wahrscheinlich kein Mensch! Buck in 3D? Schwachsinn!
Das gleiche gilt wohl auch für „Dredd“. Dabei handelt es sich um eine Neuadaption des Comics über den Superpolizisten in der futuristischen, postnuklearen Welt. Ich würde mir wirklich gerne wünschen, dass es gut wird, aber ich ich fürchte, ich weiß es besser.
Im Dezember kommt noch „Silent Hill 2“. Hier ärgern sich Filmkenner über die Dinge, die von den Fans der Videospielvorlage abgefeiert werden. Man sieht nix, weil der Nebel zu dicht ist, ganz zu schweigen von den völlig bekloppten Kameraperspektiven.
Letzter Titel für heute ist auch gleichzeitig der längste und am ehesten selbsterklärende, weshalb er auch absolut kommentarlos im Raum stehen bleibt: Am 22.11. startet „Twilight 4.2: Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht (Teil 2)“
Na dann...Gute Nacht!
Gangster Squad
Eigentlich sollte der Gangster-Actionfilm von „Zombieland“-Regisseur Ruben Fleischer am 1. November in den deutschen Kinos starten. Der Film spielt in den 40ern in Los Angeles. Ein Mafiaboss beherrscht sozusagen uneingeschränkt die Stadt. Seine Macht wird unter anderem auch von vielen korrupten Polizisten gestützt, weswegen ihm niemand etwas anhaben kann. Eine Hand voll Polizisten entschließt sich, endlich aufzuräumen, pfeift auf korrupte Kollegen und sämtliche Vorschriften und erklärt dem Mob den Krieg.
Ryan Gosling, Sean Penn, Josh Brolin, Emma Stone und Nick Nolte sind dabei. Klingt nach den besten Zutaten für einen spannenden und unterhaltsamen Actionfilm.
Der Film startet allerdings erst Ende Januar. Grund für die Verzögerung sind die Ereignisse in Aurora während der Premiere zu „The Dark Knight Rises“ im August diesen Jahres. Im Vorprogramm zum Batman-Film sollte der Trailer zu „Gangster Squad“ laufen. Hier ist allerdings eine Szene zu sehen, in der einige Gangster durch eine Leinwand in einen Kinosaal schießen. Der Trailer wurde gestoppt und die entsprechende Szene aus dem Film entfernt. Fleischer selbst hat das beschlossen und Nachdrehs anberaumt. Das ganze Projekt wurde also einfach verschoben. Dadurch ist natürlich die Vorfreude auf den Film noch mehr gestiegen.
Der Hobbit – Eine unerwartete Reise
Im Dezember ist es soweit. Es steht ein neuer Ausflug nach Mittelerde auf dem Programm. Peter Jackson hat sich entschlossen, der Vorgeschichte des Tolkien-Epos „Der Herr Der Ringe“ ebenso viel Platz und Aufwand einzuräumen, wie seiner ersten Trilogie. Und sogar noch mehr! Der Hobbit wird wesentlich besser aussehen, mehr Abwechslung und mehr verrückte Kreaturen zeigen und er wird obendrein in lupenreinem 3D präsentiert. Ist das nicht toll? Es geht noch weiter. Der Hobbit kommt in drei Filmen und nicht bloß in zwei Filmen heraus. Ist das nicht noch toller?
Es gab viele Gründe, sich darüber aufzuregen, dass Peter Jackson offensichtlich einfach nur Dollarzeichen in den Augen zu haben scheint. Einen anderen Sinn sieht man nicht in der Entscheidung, das ganze Ding auf drei Filme auszuwalzen. Der ein oder andere schreit schon wild nach Boykott! Außerdem sieht das Bild voll blöd aus, weil es mit 48 Bildern pro Sekunde gefilmt wurde. Überhaupt ist mir doch alles egal. Ich bin jetzt bockig und guck lieber noch hundertmal den Extended Cut der Originaltrilogie, bevor ich mir den neuen Schund angucke.
Aber einen Blick auf den neuen Trailer und alles ist vergessen. Es ist, wie nach Hause kommen. Es ist alles wunderschön. Die Zwerge, Bilbo, Gollum und Gandalf. Hach. Es wird wunderschön.
Skyfall
Den Film müsste ich eigentlich nicht erwähnen, freue mich aber so sehr darauf, dass ich es doch noch einmal tue. Seit Daniel Craig in die Rolle des Geheimagenten James Bond geschlüpft ist, ist ja alles anders und mir gefällt es plötzlich total gut. „Casino Royale“ war großartig und die Neukonzeption des Charakters bitter nötig. Durch das besondere Augenmerk auf Bonds Beziehung zu einer ganz bestimmten Frau, bekam der Agententhriller eine enorm dramatische Note, die das ganze Gefühl völlig verändert hat. Die Fortsetzung „Ein Quantum Trost“ war leider blöd und litt ganz offenbar am damals grassierenden Autorenstreik in Hollywood. Nun hat Sam Mendes die Regie übernommen. Nach solch emotionalen Vorschlaghämmern, wie „American Beauty“ oder „Revolutionary Road“ ist also der Drama-Part der ganzen Kiste gesichert. Zusätzlich zur Tragik kommt brachiale Action, eine extrem kompromisslose Judi Dench und ein nicht minder kompromissloser Javier Bardem als Bösewicht.
Erste Reaktionen nach Pressescreenings und Testvorführungen waren überwältigend. Es sei der beste Bondfilm aller Zeiten. Naja. Mit solchen Aussprüchen warte ich lieber noch, bis ich den Film selbst gesehen habe. Am 1. November ist es soweit und bis dahin reibe ich erwartungsvoll die Hände.
Des weiteren laufen in diesem Jahr noch die beiden Mammut-Roman-Verfilmungen „Die Vermessung der Welt“ von Detlef Buck und „Der Wolkenatlas“ von Tom Tykver und den Wachowskis an. Darüber kann und will ich nichts sagen. Nur soviel: Braucht wahrscheinlich kein Mensch! Buck in 3D? Schwachsinn!
Das gleiche gilt wohl auch für „Dredd“. Dabei handelt es sich um eine Neuadaption des Comics über den Superpolizisten in der futuristischen, postnuklearen Welt. Ich würde mir wirklich gerne wünschen, dass es gut wird, aber ich ich fürchte, ich weiß es besser.
Im Dezember kommt noch „Silent Hill 2“. Hier ärgern sich Filmkenner über die Dinge, die von den Fans der Videospielvorlage abgefeiert werden. Man sieht nix, weil der Nebel zu dicht ist, ganz zu schweigen von den völlig bekloppten Kameraperspektiven.
Letzter Titel für heute ist auch gleichzeitig der längste und am ehesten selbsterklärende, weshalb er auch absolut kommentarlos im Raum stehen bleibt: Am 22.11. startet „Twilight 4.2: Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht (Teil 2)“
Na dann...Gute Nacht!
Freitag, 12. Oktober 2012
Mal wieder gesehen - Bond 1 - 4
Letzten Freitag wurde der neue James-Bond-Titelsong veröffentlicht. Adele reiht sich mit ihrem Titel "Skyfall" in eine Serie zahlreicher großer und unerreichter Interpreten ein, die den smarten Geheimagenten im Auftrag ihrer Majestät in zahlreichen Liedern besungen haben. Mag man von dem Song halten, was man will: Er steigert die Vorfreude auf den neuen Film, der im November endlich in deutschen Kinos starten wird. Ich habe mir vorgenommen, die bisherigen Filme in ihrer Vollständigkeit zu sehen, bevor ich ins Kino gehe und mir "Skyfall" ansehe. Ich habe mir da einiges vorgenommen und bisher die ersten vier Teile geschafft und möchte an dieser Stelle meinen hochgeschätzten Senf dazu abgeben.
Erstmals ging James Bond 1962 auf die Jagd nach Dr. No. In Jamaica wurden des öfteren merkwürdige Magnetfelder registreirt. Obendrein wurde der Sektionsleiter des MI6 offenbar entführt und seine Sekretärin brutal ermordet. Das beste Pferd im Stall - oder sollte ich sagen Hengst? - wird losgeschickt. Agent 007 soll heraus finden, was dort unten los ist. Mit Hilfe seines Freundes, des CIA-Agenten Felix Leiter, ermittelt Bond eine Gehimbasis. Auf einer Insel hat sich der teuflische Dr. No eingerichtet und will von hier aus eine amerikanische Rakete zum Absturz bringen, um damit den Wettlauf zum Mond maßgeblich zu beeinflussen. Mit Charme und SChlagkraft gelingt es Bond, den Plan in letzter Sekunde zu durchkreuzen.
Nach Genuss dieses Films fragt man sich, wie diese Reihe dermaßen erfolgreich werden konnte. Die Musik ist furchtbar. Harry Belafonte mag ja ein gefeierter Star gewesen sein, wenn man seinen Calypso aber zwei Stunden lang nahezu ununterbrochen hören muss, lernt man ihn hassen. Die Kampfszenen sind lächerlich. Ebenso, wie der sogenannte Drache. Warum, zum Teufel, explodiert eigentlich jedes Fahrzeug, wenn es auch nur einen halben Zentimeter von der Straße abgekommen ist? Warum spricht Ursula Andres so komisch? Warum spricht sie überhaupt? Und die Frisur? Diese elende Frisur! Wer hat Sean Connery nur erlaubt, diese Frisur zu tragen?
Aus damaliger Sicht war der Film natürlich in sofern spannend, weil er an Originalschauplätzen gedreht wurde und die Handlung des Films entsprach voll und ganz der perfekten Angstvorstellung der westlichen Welt. Ein teuflisches Superbrain, das einfach die heldenhaften Astronauten töten will? Das ist ja furchtbar! Und wer muss die Eisen aus dem Feuer holen? Ausgerechnet ein britischer Geheimagent. Ganz klar, dass das vielen Zuschauern gefallen hat. Die paar Nerds, die die Romane von Ian Flemming wirklich gelesen haben, hätten wohl nicht gereicht.
Ein Jahr später kam "Liebesgrüße aus Moskau". Hier wird erstmals die Verbrecherorganisation Phantom eingeführt. Das ist sozusagen eine Art Spiegel zum MI6. Alle Mitglieder haben Code-Nummern und sie arbeiten unentwegt an teuflischen Masterplänen, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Zunächst geht es allerdings um Rache. James Bond hat nämlich Dr. No gekillt, der ebenfalls ein hochrangiges Mitglied von Phantom war. Bond wird durch einen cleveren Trick nach Istanbul gelockt und soll hier standesrechtlich exikutiert werden. Der denkt hingegen an nichts anderes, als... Als an eine neuartige Dechiffriermaschine natürlich. Ganz der Profi eben.
Dieser Film ist in zwei Hälften geteilt. Zuerst gibt es einige langatmige Szenen in einem völlig überkitschten Istanbul mit tanzenden Zigeunern und langatmigen Dialogen. Dann verlagert sich die Handlung in einen Nachtzug. Hier wirds wieder richtig spannend und man bekommt immer mehr den Eindruck, zwei Filme zu sehen.
"Goldfinger" ist dann der erste Film, der sozusagen das klassische Bondfeeling zelebriert. Es gibt erstmals einen richtigen Titelsong - grandios: Shirley Bassey - und Gerd Fröbe ist ein gleichermaßen charismatischer, wie uriger Schurke. Endlich gibt es auch mal ein bisschen Agentenspielzeug und Special-Effects zu sehen. Die Handlung hingegen schlägt wieder schlichtere Töne an und präsentiert im Prinzip eine Auffrischung der Handlung des ersten Teils.
Unfreiwillig komisch wirkt der Name des weiblichen Widerparts. Pussy Galore ist einfach ein völlig bekloppter Name.
Weiter geht es mit dem etwas missglückten "Feuerball", der 1983 von Irvin Keshner neu verfilmt wurde.
Phantom ist wieder da und will die NATO erpressen. Zu diesem Zweck werden zwei Atombomben entführt. Bond muss wieder in die Bresche springen und den Tag retten.
Hier wird endlich auch unter Wasser geknutscht und die mehr als sadistische Todesart durch Haiffischverseuchtes Poolwasser lässt ordentliche Fieslingsstimmung aufkommen. Modische Entgleisungen, ein unerreichter Tom Jones im Vorspann und wieder diese verdammte Frisur lassen "Feuerball" dennoch im Gedächtnis haften.
Weiter geht es dann mit "Man lebt nur zweimal". Den habe ich noch ganz gut in Erinnerung und weiß noch, dass sich Sean Connery hier in einen Japaner verwandeln muss und in dieser Aufmachung eher nach Spok aussieht. Apropos: Warum hat Connery eigentlich nie bei Star Trek mit gespielt?
So albern und merkwürdig diese Filme aus heutiger Sicht anmuten; James Bond ist ein fester Bestandteil der Filmkultur dieser Welt und präsentiert auch irgendwie stets ein Zeitbild. Zwischen den Zeilen kann man nämlich, mal deutliche, mal dezente Gesellschaftskritik lesen und das sucht man in aktuellen Agentenfilmen oft vergeblich. Letztendlich zeigen die Filme aber eine Utopie, nämlich, dass es immer jemanden geben wird, der die Welt retten wird, selbst wenn alles andere längst zerstört ist. Ich persönlich fürchte, dass es so jemanden in Wirklichkeit nicht gibt. Niemanden, der sich so selbstlos aufopfert. Niemanden mehr, auf den man sich dermaßen verlassen kann, wie auf Agenten 007.
Deshalb sei an dieser Stelle gesagt - fast, wie bei einem Gebet - "Have no fear...cause Bond is back..."
Dr No (GB, 1962): R.: Terence Young; D.: Sean Connery, Ursula Andres, Joseph Wiseman, u.a.; M.: Monty Norman
From Russia With Love (GB, 1963) : R.: Terence Young; D.: Sean Connery, Daniela Bianchi, Anthony Dawson, u.a.; M.: John Barry
Goldfinger (GB, 1964): R.: Guy Hamilton; D.: Sean Connery, Honor Blackman, Gert Fröbe, u.a.; M.: John Barry
Thunderball (GB, 1065): R.: Terence Young; D.: Sean Connery, Claudine Auger, Adolfo Cell, u.a.; M.: John Barry
Der Filmblog zum Hören: Jeden Donnerstag, 12:00 bis 13:00 Uhr auf Radio Lotte Weimar.
Erstmals ging James Bond 1962 auf die Jagd nach Dr. No. In Jamaica wurden des öfteren merkwürdige Magnetfelder registreirt. Obendrein wurde der Sektionsleiter des MI6 offenbar entführt und seine Sekretärin brutal ermordet. Das beste Pferd im Stall - oder sollte ich sagen Hengst? - wird losgeschickt. Agent 007 soll heraus finden, was dort unten los ist. Mit Hilfe seines Freundes, des CIA-Agenten Felix Leiter, ermittelt Bond eine Gehimbasis. Auf einer Insel hat sich der teuflische Dr. No eingerichtet und will von hier aus eine amerikanische Rakete zum Absturz bringen, um damit den Wettlauf zum Mond maßgeblich zu beeinflussen. Mit Charme und SChlagkraft gelingt es Bond, den Plan in letzter Sekunde zu durchkreuzen.
Nach Genuss dieses Films fragt man sich, wie diese Reihe dermaßen erfolgreich werden konnte. Die Musik ist furchtbar. Harry Belafonte mag ja ein gefeierter Star gewesen sein, wenn man seinen Calypso aber zwei Stunden lang nahezu ununterbrochen hören muss, lernt man ihn hassen. Die Kampfszenen sind lächerlich. Ebenso, wie der sogenannte Drache. Warum, zum Teufel, explodiert eigentlich jedes Fahrzeug, wenn es auch nur einen halben Zentimeter von der Straße abgekommen ist? Warum spricht Ursula Andres so komisch? Warum spricht sie überhaupt? Und die Frisur? Diese elende Frisur! Wer hat Sean Connery nur erlaubt, diese Frisur zu tragen?
Aus damaliger Sicht war der Film natürlich in sofern spannend, weil er an Originalschauplätzen gedreht wurde und die Handlung des Films entsprach voll und ganz der perfekten Angstvorstellung der westlichen Welt. Ein teuflisches Superbrain, das einfach die heldenhaften Astronauten töten will? Das ist ja furchtbar! Und wer muss die Eisen aus dem Feuer holen? Ausgerechnet ein britischer Geheimagent. Ganz klar, dass das vielen Zuschauern gefallen hat. Die paar Nerds, die die Romane von Ian Flemming wirklich gelesen haben, hätten wohl nicht gereicht.
Ein Jahr später kam "Liebesgrüße aus Moskau". Hier wird erstmals die Verbrecherorganisation Phantom eingeführt. Das ist sozusagen eine Art Spiegel zum MI6. Alle Mitglieder haben Code-Nummern und sie arbeiten unentwegt an teuflischen Masterplänen, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Zunächst geht es allerdings um Rache. James Bond hat nämlich Dr. No gekillt, der ebenfalls ein hochrangiges Mitglied von Phantom war. Bond wird durch einen cleveren Trick nach Istanbul gelockt und soll hier standesrechtlich exikutiert werden. Der denkt hingegen an nichts anderes, als... Als an eine neuartige Dechiffriermaschine natürlich. Ganz der Profi eben.
Dieser Film ist in zwei Hälften geteilt. Zuerst gibt es einige langatmige Szenen in einem völlig überkitschten Istanbul mit tanzenden Zigeunern und langatmigen Dialogen. Dann verlagert sich die Handlung in einen Nachtzug. Hier wirds wieder richtig spannend und man bekommt immer mehr den Eindruck, zwei Filme zu sehen.
"Goldfinger" ist dann der erste Film, der sozusagen das klassische Bondfeeling zelebriert. Es gibt erstmals einen richtigen Titelsong - grandios: Shirley Bassey - und Gerd Fröbe ist ein gleichermaßen charismatischer, wie uriger Schurke. Endlich gibt es auch mal ein bisschen Agentenspielzeug und Special-Effects zu sehen. Die Handlung hingegen schlägt wieder schlichtere Töne an und präsentiert im Prinzip eine Auffrischung der Handlung des ersten Teils.
Unfreiwillig komisch wirkt der Name des weiblichen Widerparts. Pussy Galore ist einfach ein völlig bekloppter Name.
Weiter geht es mit dem etwas missglückten "Feuerball", der 1983 von Irvin Keshner neu verfilmt wurde.
Phantom ist wieder da und will die NATO erpressen. Zu diesem Zweck werden zwei Atombomben entführt. Bond muss wieder in die Bresche springen und den Tag retten.
Hier wird endlich auch unter Wasser geknutscht und die mehr als sadistische Todesart durch Haiffischverseuchtes Poolwasser lässt ordentliche Fieslingsstimmung aufkommen. Modische Entgleisungen, ein unerreichter Tom Jones im Vorspann und wieder diese verdammte Frisur lassen "Feuerball" dennoch im Gedächtnis haften.
Weiter geht es dann mit "Man lebt nur zweimal". Den habe ich noch ganz gut in Erinnerung und weiß noch, dass sich Sean Connery hier in einen Japaner verwandeln muss und in dieser Aufmachung eher nach Spok aussieht. Apropos: Warum hat Connery eigentlich nie bei Star Trek mit gespielt?
So albern und merkwürdig diese Filme aus heutiger Sicht anmuten; James Bond ist ein fester Bestandteil der Filmkultur dieser Welt und präsentiert auch irgendwie stets ein Zeitbild. Zwischen den Zeilen kann man nämlich, mal deutliche, mal dezente Gesellschaftskritik lesen und das sucht man in aktuellen Agentenfilmen oft vergeblich. Letztendlich zeigen die Filme aber eine Utopie, nämlich, dass es immer jemanden geben wird, der die Welt retten wird, selbst wenn alles andere längst zerstört ist. Ich persönlich fürchte, dass es so jemanden in Wirklichkeit nicht gibt. Niemanden, der sich so selbstlos aufopfert. Niemanden mehr, auf den man sich dermaßen verlassen kann, wie auf Agenten 007.
Deshalb sei an dieser Stelle gesagt - fast, wie bei einem Gebet - "Have no fear...cause Bond is back..."
Dr No (GB, 1962): R.: Terence Young; D.: Sean Connery, Ursula Andres, Joseph Wiseman, u.a.; M.: Monty Norman
From Russia With Love (GB, 1963) : R.: Terence Young; D.: Sean Connery, Daniela Bianchi, Anthony Dawson, u.a.; M.: John Barry
Goldfinger (GB, 1964): R.: Guy Hamilton; D.: Sean Connery, Honor Blackman, Gert Fröbe, u.a.; M.: John Barry
Thunderball (GB, 1065): R.: Terence Young; D.: Sean Connery, Claudine Auger, Adolfo Cell, u.a.; M.: John Barry
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