„Manche Bücher sollte man einfach nicht verfilmen“, war das Fazit einer Diskussion, die ich mit Hans vor einigen Jahren hatte. Es ging damals um den ersten Teil der Millenium-Trilogie, der unter der Regie von Niels Arden Oplev im Winter 2009 in den deutschen Kinos lief. Dass eine Produktion, die eigentlich für das Fernsehen gedacht war, den hohen Erwartungen nicht gerecht werden konnte, die man nach Lesen der Romane vielleicht gehabt haben könnte, war eigentlich weniger überraschend. Die große Überraschung folgte etwa ein Jahr später, als zum ersten Mal verlautbart wurde, dass David Fincher derzeit sehr an der Verfilmung der Trilogie interessiert sei, und das, noch während die schwedische Version im Kino lief. Nun ist es soweit und „Verblendung“ läuft in den deutschen Kinos. Schon wieder.
Die Story hat sich nicht verändert. Mikael ist Journalist bei „Millenium“, einer Zeitschrift, die vorwiegend politische Skandale aufdeckt und mächtige Männer in Misskredit bringt. Bei seinem letzten Streich hat Mikael allerdings nicht aufgepasst. Er wurde hereingelegt und hat nun eine Verleumdungsklage am Hals. Einer der reichsten Männer des Landes, Henrik Vanger, bietet ihm Hilfe an, wenn Mikael für ihn das rätselhafte Verschwinden seiner Nichte vor 40 Jahren aufklärt. Die Vanger-Familie ist allerdings voller Intrigen; die Familienmitglieder reden aus unterschiedlichen Gründen nicht miteinander und so wird es dem gebrandmarkten Journalisten nicht eben einfach gemacht. Die Hilfe kommt von Lisbeth Salander, einer sozialen Außenseiterin und Ermittlerin. Ihre Stärken liegen im virtuellen Ausspionieren der Opfer. Zusammen ergründen sie den Fall und stoßen auf ein grausiges Geheimnis.
Es ist irgendwie merkwürdig, weil man die ganze Zeit das Gefühl hat, einen Film zu sehen, den man schon kennt, aber irgendwie auch nicht. Auch, wenn David Fincher behauptet, er hätte die schwedischen Filme nicht gesehen und sich lediglich an Hand der Buchvorlage orientiert, geschehen so unglaubliche Dinge, wie die verblüffende Ähnlichkeit zwischen den beiden Harriets. Das Haus der Vangers sieht genau so aus. Die Einstellung von Mikael an der Jagdhütte ist fast die gleiche, ebenso, wie die in der Vergwaltigungsszene. Als Erklärung für die doch recht große Ähnlichkeit der beiden Filme dient der Umstand, dass viele Mitglieder der Stockholm-Crew schon damals mit gearbeitet hätten. Natürlich sieht alles ähnlich aus, aber irgendwie wirkt alles noch ein bisschen intensiver. Fincher macht alles etwas runder und eleganter. Die Bilder sind einprägsamer, die Story hat mehr Platz, sich zu entfalten und die Figuren wirken gründlicher ausgearbeitet. Hier spielen auch die Interpretationen der beiden Hauptdarsteller, Daniel Craig und Rooney Mara eine große Rolle. Mikael zeigt echte Angst und verspürt stets starke Unsicherheit, sobald es ums Handfeste geht. An solchen Stellen tritt im Regelfall Lisbeth Salander auf, die aber auch hier weniger hart und kalt wirkt. Auch ihre menschlichere Art macht diese Figur tiefgründiger, als in der schwedischen Verfilmung. Das größte Problem taucht tatsächlich erst dann auf, wenn man sowohl die Romane kennt, als auch die früheren Filme gesehen hat. Für diejenigen gibt es nämlich keine neuen Erkenntnisse und es kommt selten Spannung auf. Man weiß eben einfach schon, wer der Mörder ist. Selbst, wenn man es vorher vielleicht vergessen hat, fällt es einem wieder ein, sobald der Film beginnt.
„Verblendung“ hat auch in seiner Neuauflage nichts von der Faszination, die diese beiden sehr speziellen Hauptcharaktere ausüben, eingebüßt. Alles ist besser und aufwändiger produziert, die Musik ebenso eindringlich, wie der überraschend ästhetische Vorspann. Daniel Craig ist ein guter Schauspieler und David Fincher ein guter Regisseur. Wer noch nie Kontakt mit Stieg Larssons Romanen oder den früheren Verfilmungen hatte, wird hier sehr viel Aufregung und Spannung finden und wahrscheinlich die ein oder andere schlaflose Nacht erleben.
The Girl With The Dragon Tattoo (USA, 2011): R.: David Fincher; D.: Daniel Craig, Rooney Mara, Christopher Plummer, u.a.; M.: Trent Reznor; Offizielle Homepage
In Weimar: CineStar
Der Filmblog zum Hören: Jeden Donnerstag, zwischen 12:00 Uhr und 13:00 Uhr auf Radio Lotte Weimar.
Donnerstag, 19. Januar 2012
Donnerstag, 12. Januar 2012
Neustarts ab dem 12. Januar 2012
Verblendung
David Fincher hat sich an die erneute Verfilmung der Millenium-Trilogie von Stieg Larsson gewagt. Weil die Filme in Europa sehr erfolgreich waren, sich die amerikanischen Zuschauer aber nicht gerne europäische FIlme ansehen, wurde jetzt also ein Remake mit amerikanischen Schauspielern - namentlich Daniel Craig und Rooney Mara - produziert. Doch Halt! Es ist ja gar kein Remake sondern eine Neuinterpretation der Buchvorlage. Dass es natürlich trotzdem eine gewisse Ähnlichkeit mit den schwedischen Filmen geben wird, ist irgendwie klar.
Wer sich also die ungeschwedete Version von Stieg Larssons Bestseller-Romanen ansehen möchte, sollte das ab heute in den deutschen Kinos tun.
Offroad
Deutsche Genrefilme haben es schwer. Letztes Jahr kreppierte der Endzeit Thriller "Hell" jämmerlich an den Kinokassen und etwaige Tarantinoverschnitte, wie "Bang Boom Bang" und Ähnliches haben es nie geschafft, eine nennenswerte Fangemeinde um sich zu versammeln.
Nora Tschirner macht sich in diesem waschechten Roadmovie auf eine Tour in einem geklauten Auto voll mit Koks.
Action, Spannung und staubige Straßen gibt es also ab heute in den deutschen Kinos.
Reality XL
Wo wir gerade von deutschen Genrefilmen gesprochen haben, fällt uns doch glatt noch ein Titel ein. "Reality XL" erzählt von merkwürdigen Vorkommnissen in einem Physiklabor. Nach Ende einer Schicht kommt nur noch ein Vertreter des diensthabenden Teams aus dem Raum mit dem Teilchenbeschleuniger wieder heraus. Der wird natürlich befragt und verstrickt sich dabei immer mehr in wiedersprüchlichen Aussagen. Oder verschwimmt hier eher die Grenze zwischen Einbildung und Realität?
Gruslige Schockeffekte und Psychospielchen mit Heiner Lauterbach - ab heute in den deutschen kInos.
David Fincher hat sich an die erneute Verfilmung der Millenium-Trilogie von Stieg Larsson gewagt. Weil die Filme in Europa sehr erfolgreich waren, sich die amerikanischen Zuschauer aber nicht gerne europäische FIlme ansehen, wurde jetzt also ein Remake mit amerikanischen Schauspielern - namentlich Daniel Craig und Rooney Mara - produziert. Doch Halt! Es ist ja gar kein Remake sondern eine Neuinterpretation der Buchvorlage. Dass es natürlich trotzdem eine gewisse Ähnlichkeit mit den schwedischen Filmen geben wird, ist irgendwie klar.
Wer sich also die ungeschwedete Version von Stieg Larssons Bestseller-Romanen ansehen möchte, sollte das ab heute in den deutschen Kinos tun.
Offroad
Deutsche Genrefilme haben es schwer. Letztes Jahr kreppierte der Endzeit Thriller "Hell" jämmerlich an den Kinokassen und etwaige Tarantinoverschnitte, wie "Bang Boom Bang" und Ähnliches haben es nie geschafft, eine nennenswerte Fangemeinde um sich zu versammeln.
Nora Tschirner macht sich in diesem waschechten Roadmovie auf eine Tour in einem geklauten Auto voll mit Koks.
Action, Spannung und staubige Straßen gibt es also ab heute in den deutschen Kinos.
Reality XL
Wo wir gerade von deutschen Genrefilmen gesprochen haben, fällt uns doch glatt noch ein Titel ein. "Reality XL" erzählt von merkwürdigen Vorkommnissen in einem Physiklabor. Nach Ende einer Schicht kommt nur noch ein Vertreter des diensthabenden Teams aus dem Raum mit dem Teilchenbeschleuniger wieder heraus. Der wird natürlich befragt und verstrickt sich dabei immer mehr in wiedersprüchlichen Aussagen. Oder verschwimmt hier eher die Grenze zwischen Einbildung und Realität?
Gruslige Schockeffekte und Psychospielchen mit Heiner Lauterbach - ab heute in den deutschen kInos.
Ziemlich beste Freunde
Die große Hoffnung der deutschen Kinobetreiber, dass das Neujahrstief nicht eintrifft, scheint sich auch diesmal wieder zu erfüllen. Im vergangenen Jahr hatten wir an dieser Stelle etwa ein „Black Swan“, der weder Zuschauer noch Betreiber enttäuscht haben dürfte. Und diesmal haben wir einen französischen Film. Das finde ich spannend. Französische Filme waren in den letzten Jahren nämlich entweder liebenswerte, manchmal ein bisschen zu alberne Komödien, oder es waren super harte Horror- oder Folterfilme, ala „Martyrs“ oder „Frontier(s)“. Man muss nicht lange überlegen, in welche Schublade wohl der neue Film der Regisseure Eric Toledano und Oliver Nakache „Ziemlich beste Freunde“ gehört.
Philippe ist ein sehr reicher, aber vom Schicksal gebeutelter Mann. Er hat ein sehr großes und luxuriöses Haus, kann diese aber nur mit dem Rollstuhl erkunden, denn er ist vom Hals abwärts gelähmt. Da er einen schwierigen Charakter zu haben scheint, hält es das Pflegepersonal oft nicht lange bei ihm aus. Besonders die Pfleger, die sich Tag und Nacht um seine Bedürfnisse kümmern müssen und somit 24 Stunden am Tag mit ihm verbringen, werfen häufiger denn je das Handtuch. Eines Tages lädt Philippe wieder zahlreiche Bewerber ein, die allesamt hoch motiviert und vorbereitet ins Vorstellungsgespräch kommen. Nur Driss ist alles egal, denn er taucht dort nur auf, weil er für das Arbeitsamt eine Unterschrift braucht. Philippe hat das Gefühl, dass Driss der einzige Bewerber ist, der ehrlich gewesen ist und will ihm eine Chance geben. Driss wird der neue persönliche Pfleger von Philippe. Zumindest auf Probe. Sträubt sich Driss zunächst noch, geht er zunehmend in seiner Rolle auf. Gleichzeitig wirbelt er Philippes Leben und Ansichten ordentlich durcheinander. Doch der merkt, dass ihm das gefällt und er schon viel zu lange auf Abwechslung verzichtet hat. Tatsächlich werden die beiden nach einer Weile ziemlich beste Freunde.
Französische Komödien haben ihren ganz eigenen Charme. Besonders die der letzten Jahre aus der Feder eines Kad Merad oder Dany Boon, haben einen ganz eigenen Stil, der irgendwie entrückt und weltfremd wirkt und zusätzlich immer wieder übertriebene Slapstickeinlagen kredenzt. Und ganz ehrlich gesagt, geht mir genau dieser Stil auf die Nerven. Ich habe keine Lust mehr auf vertrottelte arme Schweine, die sich in unmögliche Situationen bringen und dabei unglaublich viel Spaß haben. Ich will keine überzeichneten Figuren mehr haben, die man im wahren Leben nie antreffen würde. Warum fällt es den Franzosen so schwer, ganz normale Filme zu machen? Warum müssen sie es immer übertreiben - auf die eine oder andere Art? Und da kommt „Ziemlich beste Freunde“ daher, der doch tatsächlich endlich mal anders ist. Der typische französische Unterton ist nicht zu spüren. Der Film fängt sogar ziemlich amerikanisch an, mit einer spektakulären Verfolgungsjagd. Die Figuren wirken gründlich ausgearbeitet und brauchen eben nicht diese übertriebene Attitüde, um deren Oberflächlichkeit zu kaschieren. Sie sind schlicht, aber nicht einfallslos. Hier treffen zwei extrem unterschiedliche Menschen auf einander und allein die Unterschiedlichkeit ist komisch. Die Regisseure lassen diese Konstellation für sich arbeiten und provozieren keine übertriebenen oder unrealistischen Gagfeuerwerke. Die Situation an sich reicht diesem Film völlig aus und bietet obendrein genug Raum für eine gut platzierte und nicht unpassende Ernsthaftigkeit.
„Ziemlich beste Freunde“ bringt frischen Wind in de Gestade der ehrwürdigen französischen Komödie. Der Film wagt einfach den Blick über den Tellerrand und macht dabei eine wesentlich bessere Figur, als die letzten Werke der Monsieurs Boon und Merad. Eine kurzweilige und sehenswerte, sehr sympathische kleine Komödie, die den französischen Film zwar nicht allein zu retten vermag, ihm aber einen Schubs in die richtige Richtung gibt. Wegen einer speziellen Szene, die unter anderem mit Frisuren und Bärten zu tun hat, soll der Film übrigens jetzt in Frankreich auf den Index. Das beste Zeichen, dass hier alles richtig gemacht wurde.
Intouchables (F, 2011):R.: Nakache & Toledano; D.: Francois Cluzet, Omar Sy, Audrey Fleurot, u.a.; M.: Ludovico Einaudi; Offizielle Homepage
In Weimar: lichthaus, CineStar
Der Filmblog zum Hören: Jeden Donnerstag zwischen 12.00 Uhr und 13.00 Uhr auf Radio Lotte Weimar.
Philippe ist ein sehr reicher, aber vom Schicksal gebeutelter Mann. Er hat ein sehr großes und luxuriöses Haus, kann diese aber nur mit dem Rollstuhl erkunden, denn er ist vom Hals abwärts gelähmt. Da er einen schwierigen Charakter zu haben scheint, hält es das Pflegepersonal oft nicht lange bei ihm aus. Besonders die Pfleger, die sich Tag und Nacht um seine Bedürfnisse kümmern müssen und somit 24 Stunden am Tag mit ihm verbringen, werfen häufiger denn je das Handtuch. Eines Tages lädt Philippe wieder zahlreiche Bewerber ein, die allesamt hoch motiviert und vorbereitet ins Vorstellungsgespräch kommen. Nur Driss ist alles egal, denn er taucht dort nur auf, weil er für das Arbeitsamt eine Unterschrift braucht. Philippe hat das Gefühl, dass Driss der einzige Bewerber ist, der ehrlich gewesen ist und will ihm eine Chance geben. Driss wird der neue persönliche Pfleger von Philippe. Zumindest auf Probe. Sträubt sich Driss zunächst noch, geht er zunehmend in seiner Rolle auf. Gleichzeitig wirbelt er Philippes Leben und Ansichten ordentlich durcheinander. Doch der merkt, dass ihm das gefällt und er schon viel zu lange auf Abwechslung verzichtet hat. Tatsächlich werden die beiden nach einer Weile ziemlich beste Freunde.
Französische Komödien haben ihren ganz eigenen Charme. Besonders die der letzten Jahre aus der Feder eines Kad Merad oder Dany Boon, haben einen ganz eigenen Stil, der irgendwie entrückt und weltfremd wirkt und zusätzlich immer wieder übertriebene Slapstickeinlagen kredenzt. Und ganz ehrlich gesagt, geht mir genau dieser Stil auf die Nerven. Ich habe keine Lust mehr auf vertrottelte arme Schweine, die sich in unmögliche Situationen bringen und dabei unglaublich viel Spaß haben. Ich will keine überzeichneten Figuren mehr haben, die man im wahren Leben nie antreffen würde. Warum fällt es den Franzosen so schwer, ganz normale Filme zu machen? Warum müssen sie es immer übertreiben - auf die eine oder andere Art? Und da kommt „Ziemlich beste Freunde“ daher, der doch tatsächlich endlich mal anders ist. Der typische französische Unterton ist nicht zu spüren. Der Film fängt sogar ziemlich amerikanisch an, mit einer spektakulären Verfolgungsjagd. Die Figuren wirken gründlich ausgearbeitet und brauchen eben nicht diese übertriebene Attitüde, um deren Oberflächlichkeit zu kaschieren. Sie sind schlicht, aber nicht einfallslos. Hier treffen zwei extrem unterschiedliche Menschen auf einander und allein die Unterschiedlichkeit ist komisch. Die Regisseure lassen diese Konstellation für sich arbeiten und provozieren keine übertriebenen oder unrealistischen Gagfeuerwerke. Die Situation an sich reicht diesem Film völlig aus und bietet obendrein genug Raum für eine gut platzierte und nicht unpassende Ernsthaftigkeit.
„Ziemlich beste Freunde“ bringt frischen Wind in de Gestade der ehrwürdigen französischen Komödie. Der Film wagt einfach den Blick über den Tellerrand und macht dabei eine wesentlich bessere Figur, als die letzten Werke der Monsieurs Boon und Merad. Eine kurzweilige und sehenswerte, sehr sympathische kleine Komödie, die den französischen Film zwar nicht allein zu retten vermag, ihm aber einen Schubs in die richtige Richtung gibt. Wegen einer speziellen Szene, die unter anderem mit Frisuren und Bärten zu tun hat, soll der Film übrigens jetzt in Frankreich auf den Index. Das beste Zeichen, dass hier alles richtig gemacht wurde.
Intouchables (F, 2011):R.: Nakache & Toledano; D.: Francois Cluzet, Omar Sy, Audrey Fleurot, u.a.; M.: Ludovico Einaudi; Offizielle Homepage
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Donnerstag, 5. Januar 2012
Neustarts ab dem 5. Januar 2012
Das Jahr geht los und startet etwas schüchtern mit einigen nicht ganz so großen Titeln. Vielleicht ist das aber auch nur das Atemholen, bevor es richtig kracht.
New Kids Nitro
Los geht's mit einer Fortsetzung. Die Holländische Oberprollkomödie "New Kids Turbo" handelte damals von fünf Jugendlichen in ihrem kleinen friesländischem Dörfchen, die allerlei Blödsinn angestellt haben und vor allem nicht mit entsprechend dumm-prolligen Sprüchen gegeizt haben. Gemäß allen Fortsetzungsregeln wird das ursprüngliche Konzept einfach breit gewalzt. Alles ist noch blöder, alberner, noch prolliger.
"New Kids Nitro" ist sehr spezieller Humor, aber wer keine Lust auf Feinsinnigkeit hat, und lieber mit presslufthammerartigen Kettensägen schwingenden Mettwurstattitüden vorlieb nimmt, ist hier genau richtig.
Desweiteren starten heute noch zahlreiche kleinere Filme, deren Bedeutung man schlicht nicht überbewerten sollte. Die wichtigsten aber hier nochmal im Überblick.
Ziemlich beste Freunde- Eine französische Komödie um einen Querschnitzgelähmten und dessen eher unorthodoxer Pflegekraft. Dazu in der nächsten Woche mehr.
Chinese zum Mitnehmen - Wieder eine Komödie um einen Pedanten, der gerne spekatukläre Zeitungsartikel sammelt und eines Tages unverhofft auf einen Chinesen trifft...
Klingt komisch? Ist auch komisch.
Jonas - Chrisztian Ulmen drückt als pickeliger pubertierender Teenager noch einmal die Schulbank. Man lernt halt nie aus...
New Kids Nitro
Los geht's mit einer Fortsetzung. Die Holländische Oberprollkomödie "New Kids Turbo" handelte damals von fünf Jugendlichen in ihrem kleinen friesländischem Dörfchen, die allerlei Blödsinn angestellt haben und vor allem nicht mit entsprechend dumm-prolligen Sprüchen gegeizt haben. Gemäß allen Fortsetzungsregeln wird das ursprüngliche Konzept einfach breit gewalzt. Alles ist noch blöder, alberner, noch prolliger.
"New Kids Nitro" ist sehr spezieller Humor, aber wer keine Lust auf Feinsinnigkeit hat, und lieber mit presslufthammerartigen Kettensägen schwingenden Mettwurstattitüden vorlieb nimmt, ist hier genau richtig.
Desweiteren starten heute noch zahlreiche kleinere Filme, deren Bedeutung man schlicht nicht überbewerten sollte. Die wichtigsten aber hier nochmal im Überblick.
Ziemlich beste Freunde- Eine französische Komödie um einen Querschnitzgelähmten und dessen eher unorthodoxer Pflegekraft. Dazu in der nächsten Woche mehr.
Chinese zum Mitnehmen - Wieder eine Komödie um einen Pedanten, der gerne spekatukläre Zeitungsartikel sammelt und eines Tages unverhofft auf einen Chinesen trifft...
Klingt komisch? Ist auch komisch.
Jonas - Chrisztian Ulmen drückt als pickeliger pubertierender Teenager noch einmal die Schulbank. Man lernt halt nie aus...
Der Gott des Gemetzels
Und damit beginnen wir das Kinojahr 2012, welches natürlich noch tausendmal besser werden wird, als das vergangene Jahr. Uns erwarten zahlreiche Fortsetzungen, denn Hollywood wagt es derzeit nicht, irgendwas Neues zu etablieren. So werden also die erfolgreichsten Filme des Jahrzehnts mehr oder weniger gut fortgesetzt. Ob es an der Apokalypse liegt? War Roland Emmerichs „2012“ so eindrucksvoll, dass tatsächlich alle Leute denken, die Welt würde untergehen?
Egal! Bevor wir uns so richtig ins neue Jahr stürzen widmen wir uns kurz einem Film, der gerade noch so im Jahr 2011 angelaufen ist. Es ist der neue Film eines Regisseurs, der sich schon teuflischen Dämonen, komischen Vampiren und noch komischeren Piraten gewidmet hat. Er hat aber auch die Kunst des Kammerspiels absolut perfektioniert und inszenierte zum Beispiel ein beklemmend, faszinierendes „Der Tod und das Mädchen“ Nun meldet er sich in seiner Königsdisziplin zurück und bringt ein zeitgenössisches Theaterstück auf die Leinwand. Hier kommt „Der Gott des Gemetzels“
In einer kleinen, gemütlichen Wohnung mitten in New York treffen sich die Ehepaare Longstreet und Cowan. Es gilt, ein ernstes Thema aus zu diskutieren. Der Sohn der Cowans hat dem Sohn der Longstreets im Streit zwei Zähne ausgeschlagen. Ganz klar, dass diese Angelegenheit geklärt werden muss. Obwohl die beiden Paare sehr unterschiedlich sind, gelingt eine höfliche und gepflegte Konversation. Das begeistert Michael Longstreet dermaßen, dass er die Cowans sogar noch zum Kaffee trinken einlädt. Der Cobbler wird aus dem Kühlschrank geholt und der Espresso kredenzt. Smalltalk wird immer wieder durch eingehende Anrufe auf Mr Cowans Handy unterbrochen. Der ist nämlich Rechtsanwalt und vertritt derzeit ein großes Pharmaunternehmen. Allerdings scheint es mit dem neuen Produkt der Firma einige Probleme zu geben. Während der Telefonate herrscht stets unbehagliches Schweigen seitens der Anwesenden. Und dann schaukelt sich die ganze Situation hoch. Immer wieder hängt sich der Anwalt an bestimmten Formulierungen von Mrs Longstreet auf, der Vater des Geschädigten versucht, die Wogen zu glätten und plaudert über seinen Job als Klospülungsvertreter, was den Anwalt wiederum dazu provoziert, sich über ihn lustig zu machen. Die Mütter wollen beim Thema bleiben und geraten dabei immer heftiger aneinander, auch wenn sie zunächst ihr Interesse für Kunst teilen – und dann doch nicht mehr. Alles eskaliert, als zum hundertsten Mal das Handy von Mr Cowan klingelt.
Roman Polanski wird stets eine etwas verrückt lustige Haltung nachgesagt. Woher dieses Image genau kommt, kann man nur vermuten. Sicher, seine Vampirparodie war enorm witzig und auch sein Ausflug in die Weiten des piratenverseuchten Ozeans entbehrte nicht einer gewissen Komik. Doch immer wieder präsentiert er uns ernsthafte und ernst zu nehmende Arbeiten. Abgesehen von irgendwelchen Skandalen und Gerichtsverhandlungen, die diesen Regisseur vielleicht heimsuchen, ist er ein guter Handwerker und ein Meister der schlichten und intensiven Inszenierung. Das mag auch daran liegen, dass seine kreativen Ursprünge eher auf der Theaterbühne liegen und nicht hinter der Kamera. Bei „Der Gott des Gemetzels“ haben wir alle Zutaten für ein spannendes Kammerspiel. Vier sehr gute Schauspieler in einem - oberflächlich betrachtet - geschmackvoll eingerichtetem Wohnzimmer, ein heikles Gesprächsthema und jede Menge festgefahrene Meinungen und Ansichten. Okay, wahrscheinlich hätte jeder Regisseur mit ein bisschen Verstand im Kopf daraus ein spannendes Kammerstück machen können. Wichtig ist hier die Idee und der Mut, so etwas heutzutage überhaupt inszenieren zu wollen. Es passiert - oberflächlich betrachtet - tatsächlich nicht viel. Der unbedarfte Zuschauer denkt vielleicht: „Die labern eineinhalb Stunden lang nur und gehen nicht mal vor die Tür. Stinklangweiliger Mist!“ Aber die Dynamik der Beziehungen untereinander und die Charakterentwicklung passiert so subtil und realistisch und man hat die ganze Zeit das Gefühl, man kenne das von selbst geführten Diskussionen. Die Charaktere sind natürlich ganz klar gezeichnet und in dieser etwas naiven Form sogar überzeichnet. Aber nur mit derartig eindeutigen Charakterzügen funktioniert dieser Film auch so gut und wir haben die nötige Dynamik, die es braucht, um es eben nicht langweilig werden zu lassen. Klar, dass sehr viel von dieser Wirkung durch die Leistung der vier Darsteller erzielt wird. Auch, wenn mir persönlich Christoph Waltz am besten gefallen hat, kann man nicht sagen, dass einer besonders herausfällt. Alle spielen gleich gut.
„Der Gott des Gemetzels“ ist ein Spiegel. Er zeigt uns, was vermutlich tagtäglich in Millionen von Wohnzimmern statt finden kann. Es ist bitterböse und unterhaltsam zugleich. Die Kultiviertheit und Zivilisiertheit, die wir uns so – Gott verdammt nochmal - hart erarbeitet haben, ist mit einem Glas Scotch, oder eben einen Stockhieb weg gewischt. Großartig. Genau das Richtige, um für den Weltuntergang in Stimmung zu kommen.
Carnage (USA, 2011): R.: Roman Polanski; D.: Kate Winslet, Jodie Foster, Christoph Waltz, John C. Reilly, u.a.; M.: Alexandre Desplat; Offizielle Homepafge
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Egal! Bevor wir uns so richtig ins neue Jahr stürzen widmen wir uns kurz einem Film, der gerade noch so im Jahr 2011 angelaufen ist. Es ist der neue Film eines Regisseurs, der sich schon teuflischen Dämonen, komischen Vampiren und noch komischeren Piraten gewidmet hat. Er hat aber auch die Kunst des Kammerspiels absolut perfektioniert und inszenierte zum Beispiel ein beklemmend, faszinierendes „Der Tod und das Mädchen“ Nun meldet er sich in seiner Königsdisziplin zurück und bringt ein zeitgenössisches Theaterstück auf die Leinwand. Hier kommt „Der Gott des Gemetzels“
In einer kleinen, gemütlichen Wohnung mitten in New York treffen sich die Ehepaare Longstreet und Cowan. Es gilt, ein ernstes Thema aus zu diskutieren. Der Sohn der Cowans hat dem Sohn der Longstreets im Streit zwei Zähne ausgeschlagen. Ganz klar, dass diese Angelegenheit geklärt werden muss. Obwohl die beiden Paare sehr unterschiedlich sind, gelingt eine höfliche und gepflegte Konversation. Das begeistert Michael Longstreet dermaßen, dass er die Cowans sogar noch zum Kaffee trinken einlädt. Der Cobbler wird aus dem Kühlschrank geholt und der Espresso kredenzt. Smalltalk wird immer wieder durch eingehende Anrufe auf Mr Cowans Handy unterbrochen. Der ist nämlich Rechtsanwalt und vertritt derzeit ein großes Pharmaunternehmen. Allerdings scheint es mit dem neuen Produkt der Firma einige Probleme zu geben. Während der Telefonate herrscht stets unbehagliches Schweigen seitens der Anwesenden. Und dann schaukelt sich die ganze Situation hoch. Immer wieder hängt sich der Anwalt an bestimmten Formulierungen von Mrs Longstreet auf, der Vater des Geschädigten versucht, die Wogen zu glätten und plaudert über seinen Job als Klospülungsvertreter, was den Anwalt wiederum dazu provoziert, sich über ihn lustig zu machen. Die Mütter wollen beim Thema bleiben und geraten dabei immer heftiger aneinander, auch wenn sie zunächst ihr Interesse für Kunst teilen – und dann doch nicht mehr. Alles eskaliert, als zum hundertsten Mal das Handy von Mr Cowan klingelt.
Roman Polanski wird stets eine etwas verrückt lustige Haltung nachgesagt. Woher dieses Image genau kommt, kann man nur vermuten. Sicher, seine Vampirparodie war enorm witzig und auch sein Ausflug in die Weiten des piratenverseuchten Ozeans entbehrte nicht einer gewissen Komik. Doch immer wieder präsentiert er uns ernsthafte und ernst zu nehmende Arbeiten. Abgesehen von irgendwelchen Skandalen und Gerichtsverhandlungen, die diesen Regisseur vielleicht heimsuchen, ist er ein guter Handwerker und ein Meister der schlichten und intensiven Inszenierung. Das mag auch daran liegen, dass seine kreativen Ursprünge eher auf der Theaterbühne liegen und nicht hinter der Kamera. Bei „Der Gott des Gemetzels“ haben wir alle Zutaten für ein spannendes Kammerspiel. Vier sehr gute Schauspieler in einem - oberflächlich betrachtet - geschmackvoll eingerichtetem Wohnzimmer, ein heikles Gesprächsthema und jede Menge festgefahrene Meinungen und Ansichten. Okay, wahrscheinlich hätte jeder Regisseur mit ein bisschen Verstand im Kopf daraus ein spannendes Kammerstück machen können. Wichtig ist hier die Idee und der Mut, so etwas heutzutage überhaupt inszenieren zu wollen. Es passiert - oberflächlich betrachtet - tatsächlich nicht viel. Der unbedarfte Zuschauer denkt vielleicht: „Die labern eineinhalb Stunden lang nur und gehen nicht mal vor die Tür. Stinklangweiliger Mist!“ Aber die Dynamik der Beziehungen untereinander und die Charakterentwicklung passiert so subtil und realistisch und man hat die ganze Zeit das Gefühl, man kenne das von selbst geführten Diskussionen. Die Charaktere sind natürlich ganz klar gezeichnet und in dieser etwas naiven Form sogar überzeichnet. Aber nur mit derartig eindeutigen Charakterzügen funktioniert dieser Film auch so gut und wir haben die nötige Dynamik, die es braucht, um es eben nicht langweilig werden zu lassen. Klar, dass sehr viel von dieser Wirkung durch die Leistung der vier Darsteller erzielt wird. Auch, wenn mir persönlich Christoph Waltz am besten gefallen hat, kann man nicht sagen, dass einer besonders herausfällt. Alle spielen gleich gut.
„Der Gott des Gemetzels“ ist ein Spiegel. Er zeigt uns, was vermutlich tagtäglich in Millionen von Wohnzimmern statt finden kann. Es ist bitterböse und unterhaltsam zugleich. Die Kultiviertheit und Zivilisiertheit, die wir uns so – Gott verdammt nochmal - hart erarbeitet haben, ist mit einem Glas Scotch, oder eben einen Stockhieb weg gewischt. Großartig. Genau das Richtige, um für den Weltuntergang in Stimmung zu kommen.
Carnage (USA, 2011): R.: Roman Polanski; D.: Kate Winslet, Jodie Foster, Christoph Waltz, John C. Reilly, u.a.; M.: Alexandre Desplat; Offizielle Homepafge
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Freitag, 23. Dezember 2011
Trailerpark - Batman, Beutlins und Aliens
Im letzten Post des Jahres gibt es einen kleinen Trailerpark, denn in dieser Woche gab es gleich drei heiß erwartete Vertreter, dieses einminütigen Vergnügens, welches ja letztendlich doch nur zur Folge hat, dass man sich noch viel mehr auf die Filme freut und die Wartezeit noch schlimmer wird.
Dark Knight Rises
Ich war schon immer Batman-Fan. Lange bevor Christopher Nolans erster Fledermausfilm in den Kinos lief und bevor plötzlich die ganze Welt Joker-Fan wurde. Ich erinnere mich noch, dass ich im zarten Alter von vielleicht 10 Jahren den ersten Film von Tim Burton im Fernsehen bestaunte und irgendwie sofort davon fasziniert war. Seitdem durchlief der dunkle Rächer zahlreiche Entwicklungen. Die unglaublich düstere und doch sehr ernsthaft inszenierte Machart Burtons wurde vom absoluten Gegenteil, nämlich einem knallbunten Stil und lockeren Sprüchen abgelöst. War „Batman Forever“ noch halbwegs ertragbar, ging Joel Schuhmacher mit „Batman & Robin“ komplett baden und man merkte ziemlich schnell, dass kein Publikum der Welt mehr Lust auf trashige 60er Jahre-Ästhetik hatte – zumindest nicht, wenn es um Batman ging. „Batman Begins“ lieferte einen Hoffnungsschimmer und diese Hoffnung wurde mit „The Dark Knight“ erfüllt. Der bisher letzte Film legte die Messlatte und damit die Erwartungshaltung an jegliche Nachfolger enorm hoch. Vor allem aber kann man sicher sein, dass ein derartiger Film nie wieder gelingt. Diese Woche nun erschien der erste offizielle Trailer zu „Dark Knight Rises“, der die Nolan-Trilogie beenden soll. Story-Einzelheiten sind noch nicht bekannt, aber wer sich ein bisschen mit Batman und vor allem den Comics auskennt, kann sich schon denken, was kommt, wenn er einen Blick auf den Cast und die Charaktere wirft. Einer der interessantesten Superschurken überhaupt kommt endlich nach Gotham: Bane. Außerdem gibt es eine neue Catwoman und angeblich spielt die Tchter des Schurken aus dem ersten Teil Talia al Guhl auch eine Rolle. Experten klingeln die Ohren und sofort macht sich ein Wort mit unglaublicher Penetranz und einer Mischung aus Aufregung, Skepsis und Inkontinenz erregender Vorfreude im Kopf breit: „Knightfall!“ Ob und wie es wirklich dazu kommt, erfahren wir wohl wirklich erst, wenn der Film Ende Juli in den Kinos weltweit startet. Bis dahin ist Zittern angesagt und für alle, denen die letzten zwanzig Sätze gar nichts gesagt haben, dringender Nachholebedarf in Sachen Batman-Historie.
Der Hobbit – Eine unerwartete Reise
Peter Jackson tut es wieder. Er nimmt uns auf ein neues Abenteuer mit nach Mittelerde und verfilmt die Vorgeschichte zur Herr-der-Ringe-Trilogie. „Der Hobbit“ berichtet vom ersten großen Abenteuer Bilbo Beutlins. Mit einer Gruppe von Zwergen macht er sich nämlich auf zum einsamen Berg hoch im Norden, um dort einen Drachen aus zu tricksen, um dann wiederum den Schatz zu klauen, den die Echse scharf bewacht. Das Buch gefällt mir persönlich wesentlich besser, als die Bücher zum „Herrn der Ringe“. Es ist eindeutig für etwas jüngere Leser geschrieben und hat einen völlig anderen Stil. Außerdem erleben Bilbo und seine Freunde ein sehr spannendes Abenteuer in dessen Verlauf wirklich alle wichtigen Figuren der früheren Filme eingeführt werden und kurze Auftritte pflegen. Von den alten Bekannten dürfen wir uns auf Gandalf, Elrond, Galadriel und natürlich Gollum freuen, allesamt dargestellt von den Schauspielern, die sie früher bereits mimten. Martin Freeman, den man aus „Per Anhalter durch die Galaxis“ kennen könnte gibt einen überzeugenden Bilbo ab. Abgesehen davon sieht alles genau so aus, wie man es kennt und das ist einfach nur wunderschön. Es ist genau das, was wir alle wollen. Peter Jackson verändert nichts am Stil, oder an der Ästhetik. Alles ist genau, wie in der Trilogie, nur dass eben eine neue Geschichte erzählt wird. Ich freue mich unglaublich auf diesen Film, der in zwei Teilen erscheinen wird und – um die Qual zu vergrößern – in genau einem Jahr starten wird.
Prometheus
Die Alien-FIlme hatten schon immer etwas ganz besonderes an sich. Ich weiß nicht genau, woran es lag. Vielleicht war es der Gedanke, dass trotz all der Faszination, die das große Weltall birgt, etwas dermaßen Gefährliches lauert, dass man am besten keinen Fuß in dieses All setzt. Vielleicht war es die beklemmende Atmosphäre und die unglaubliche Spannung. Vielleicht war es auch diese gewisse Widerwärtigkeit, die das Alien als solches barg. Alle vier Filme waren speziell für sich perfekt. Jeder Film wurde von sehr unterschiedlichen Regisseuren produziert und deshalb waren sie auch so abwechslungsreich. Ja! Auch „Alien Resurection“ zählt für mich dazu, auch wenn ein Großteil der Fangemeinde eben diesen vierten Teil boykottiert. Zugegeben, die Story war ein bisschen an den Haaren herbei gezogen, aber wartet erstmal ab, bis ihr hört, worum es nun gehen soll. Auf der Erde wird ein Signal aus den dem Weltall empfangen. Dieses Signal wird analysiert und es ist klar: Wir sind nicht allein! Ein Schiff wird gebaut und eine Crew zusammengestellt und zu den Ursprungskoordinaten des Signals geschickt. Hier wartet ein fremder Planet, eine bestimmte Alienrasse, von der vermutet wird, dass sie irgendwas mit der Schöpfung der Menschheit zu tun hat und...tja...und was? Ridley Scott hält sich sehr bedeckt, aber er hat bereits bestätigt, dass es am Ende des Films eine eindeutige Brücke zum allerersten Alien-Film geben soll. Das heißt, man wird die Viecher irgendwie sehen, auch wenn im ersten offiziellen Trailer noch nichts davon zu sehen ist. Stilistisch beschreitet man wieder ursprüngliche Pfade. Es wird düster, spannend und schockierend mit unglaublich einprägsamen Bildern. Im August startet das Prequel und bis dahin ist wohl – wie sollte es auch anders sein – Warten angesagt.
Soweit die kleine Trailershow zum Ende des Jahres. Ich gehe jetzt und feiere Weihnachten, was ihr im übrigen auch tun solltet. Und ich wünsche auch viel Spaß dabei, einen guten Rutsch ins neue Jahr und, dass ihr auch 2012 wieder fleißig den Kineasten lest.
-Jan-
Dark Knight Rises
Ich war schon immer Batman-Fan. Lange bevor Christopher Nolans erster Fledermausfilm in den Kinos lief und bevor plötzlich die ganze Welt Joker-Fan wurde. Ich erinnere mich noch, dass ich im zarten Alter von vielleicht 10 Jahren den ersten Film von Tim Burton im Fernsehen bestaunte und irgendwie sofort davon fasziniert war. Seitdem durchlief der dunkle Rächer zahlreiche Entwicklungen. Die unglaublich düstere und doch sehr ernsthaft inszenierte Machart Burtons wurde vom absoluten Gegenteil, nämlich einem knallbunten Stil und lockeren Sprüchen abgelöst. War „Batman Forever“ noch halbwegs ertragbar, ging Joel Schuhmacher mit „Batman & Robin“ komplett baden und man merkte ziemlich schnell, dass kein Publikum der Welt mehr Lust auf trashige 60er Jahre-Ästhetik hatte – zumindest nicht, wenn es um Batman ging. „Batman Begins“ lieferte einen Hoffnungsschimmer und diese Hoffnung wurde mit „The Dark Knight“ erfüllt. Der bisher letzte Film legte die Messlatte und damit die Erwartungshaltung an jegliche Nachfolger enorm hoch. Vor allem aber kann man sicher sein, dass ein derartiger Film nie wieder gelingt. Diese Woche nun erschien der erste offizielle Trailer zu „Dark Knight Rises“, der die Nolan-Trilogie beenden soll. Story-Einzelheiten sind noch nicht bekannt, aber wer sich ein bisschen mit Batman und vor allem den Comics auskennt, kann sich schon denken, was kommt, wenn er einen Blick auf den Cast und die Charaktere wirft. Einer der interessantesten Superschurken überhaupt kommt endlich nach Gotham: Bane. Außerdem gibt es eine neue Catwoman und angeblich spielt die Tchter des Schurken aus dem ersten Teil Talia al Guhl auch eine Rolle. Experten klingeln die Ohren und sofort macht sich ein Wort mit unglaublicher Penetranz und einer Mischung aus Aufregung, Skepsis und Inkontinenz erregender Vorfreude im Kopf breit: „Knightfall!“ Ob und wie es wirklich dazu kommt, erfahren wir wohl wirklich erst, wenn der Film Ende Juli in den Kinos weltweit startet. Bis dahin ist Zittern angesagt und für alle, denen die letzten zwanzig Sätze gar nichts gesagt haben, dringender Nachholebedarf in Sachen Batman-Historie.
Der Hobbit – Eine unerwartete Reise
Peter Jackson tut es wieder. Er nimmt uns auf ein neues Abenteuer mit nach Mittelerde und verfilmt die Vorgeschichte zur Herr-der-Ringe-Trilogie. „Der Hobbit“ berichtet vom ersten großen Abenteuer Bilbo Beutlins. Mit einer Gruppe von Zwergen macht er sich nämlich auf zum einsamen Berg hoch im Norden, um dort einen Drachen aus zu tricksen, um dann wiederum den Schatz zu klauen, den die Echse scharf bewacht. Das Buch gefällt mir persönlich wesentlich besser, als die Bücher zum „Herrn der Ringe“. Es ist eindeutig für etwas jüngere Leser geschrieben und hat einen völlig anderen Stil. Außerdem erleben Bilbo und seine Freunde ein sehr spannendes Abenteuer in dessen Verlauf wirklich alle wichtigen Figuren der früheren Filme eingeführt werden und kurze Auftritte pflegen. Von den alten Bekannten dürfen wir uns auf Gandalf, Elrond, Galadriel und natürlich Gollum freuen, allesamt dargestellt von den Schauspielern, die sie früher bereits mimten. Martin Freeman, den man aus „Per Anhalter durch die Galaxis“ kennen könnte gibt einen überzeugenden Bilbo ab. Abgesehen davon sieht alles genau so aus, wie man es kennt und das ist einfach nur wunderschön. Es ist genau das, was wir alle wollen. Peter Jackson verändert nichts am Stil, oder an der Ästhetik. Alles ist genau, wie in der Trilogie, nur dass eben eine neue Geschichte erzählt wird. Ich freue mich unglaublich auf diesen Film, der in zwei Teilen erscheinen wird und – um die Qual zu vergrößern – in genau einem Jahr starten wird.
Prometheus
Die Alien-FIlme hatten schon immer etwas ganz besonderes an sich. Ich weiß nicht genau, woran es lag. Vielleicht war es der Gedanke, dass trotz all der Faszination, die das große Weltall birgt, etwas dermaßen Gefährliches lauert, dass man am besten keinen Fuß in dieses All setzt. Vielleicht war es die beklemmende Atmosphäre und die unglaubliche Spannung. Vielleicht war es auch diese gewisse Widerwärtigkeit, die das Alien als solches barg. Alle vier Filme waren speziell für sich perfekt. Jeder Film wurde von sehr unterschiedlichen Regisseuren produziert und deshalb waren sie auch so abwechslungsreich. Ja! Auch „Alien Resurection“ zählt für mich dazu, auch wenn ein Großteil der Fangemeinde eben diesen vierten Teil boykottiert. Zugegeben, die Story war ein bisschen an den Haaren herbei gezogen, aber wartet erstmal ab, bis ihr hört, worum es nun gehen soll. Auf der Erde wird ein Signal aus den dem Weltall empfangen. Dieses Signal wird analysiert und es ist klar: Wir sind nicht allein! Ein Schiff wird gebaut und eine Crew zusammengestellt und zu den Ursprungskoordinaten des Signals geschickt. Hier wartet ein fremder Planet, eine bestimmte Alienrasse, von der vermutet wird, dass sie irgendwas mit der Schöpfung der Menschheit zu tun hat und...tja...und was? Ridley Scott hält sich sehr bedeckt, aber er hat bereits bestätigt, dass es am Ende des Films eine eindeutige Brücke zum allerersten Alien-Film geben soll. Das heißt, man wird die Viecher irgendwie sehen, auch wenn im ersten offiziellen Trailer noch nichts davon zu sehen ist. Stilistisch beschreitet man wieder ursprüngliche Pfade. Es wird düster, spannend und schockierend mit unglaublich einprägsamen Bildern. Im August startet das Prequel und bis dahin ist wohl – wie sollte es auch anders sein – Warten angesagt.
Soweit die kleine Trailershow zum Ende des Jahres. Ich gehe jetzt und feiere Weihnachten, was ihr im übrigen auch tun solltet. Und ich wünsche auch viel Spaß dabei, einen guten Rutsch ins neue Jahr und, dass ihr auch 2012 wieder fleißig den Kineasten lest.
-Jan-
Donnerstag, 22. Dezember 2011
Cheyenne - This Must Be The Place
Die Suche nach dem Sinn des Lebens hat sich schon immer sehr kompliziert gestaltet. Man muss nämlich zunächst heraus finden, nach was man sucht. „42“ mag die Antwort sein, aber wie lautet die Frage? Ihr kennt das Spiel. Man führt ein gut betuchtes Leben, weil man in den 80ern ein erfolgreicher Rockstar war. So erfolgreich, dass man jetzt Langeweile mit einer Depression verwechselt. Plötzlich stellt man fest, dass das Leben nicht so sein muss, wie es ist. Aber eigentlich ist man doch damit zufrieden, wie es ist. Oder? „This must be the place“ Oder?
Cheyenne war offensichtlich noch nie ein besonders lebenslustiger Mensch. Das ist dermaßen offensichtlich, dass es schwer fällt, etwas offensichtlicheres festzustellen. Er hat ein großes Haus, lebt mit seiner Frau zusammen, müsste glücklich sein, ist es aber nicht, weil er deprimierend sein muss. Früher hat er dadurch den großen Wurf gemacht. Hat deprimierende Songs geschrieben und wurde berühmt. Man könnte sagen, er hat Spaß am traurig sein. Andere stellen fest, er hat im Alter von 15 Jahren angefangen, sich zu schminken und hat 30 Jahre später nicht damit aufgehört. Er mag ein komischer Vogel sein, aber tief in seinem Innersten ist Cheyenne ein Kind geblieben, welches sich nie mit den großen Problemen des Lebens auseinander setzen musste, die in den späteren Songs besungen wurden. Das muss er allerdings jetzt nachholen. Sein Vater liegt im Sterben und hat der Nachwelt und seinem Sohn eine unglaublich fordernde Aufgabe hinterlassen. Cheyenne muss nach Amerika reisen und dort einen geflohenen Naziverbrecher aus Auschwitz jagen.
Sean Penn ist ein Schauspieler, der sich zuverlässig aus dem filmischen Abseits von Nebenrolle zu Nebenrolle gehangelt hat. Wenn man ganz genau aufpasst erkennt man zum Beispiel in Brian De Palmas „Carlitos Way“ zwei Dinge. Sean Penn spielt den Anwalt und besten Freund von Carlito und Sean Penn war schon immer ein guter und enorm wandlungsfähiger Schauspieler. Diese Wandlungsfähigkeit wurde 2008 mit einem Oscar für den besten Hauptdarsteller in Gus Van Sants „Milk“ honoriert. Nun setzt er als Cheyenne noch einen drauf. Man kann ein Phänomen beobachten, welches sehr selten in Filmen auftaucht, aber wenn man es erlebt, ist die Begeisterung groß. Sean Penn verinnerlicht die Rolle sehr stark und man gewinnt den Eindruck, er ist Cheyenne, ohne ihn spielen zu müssen. Dieser Eindruck verstärkt sich zum Beispiel, wenn sich Cheyenne mit realen Menschen, wie David Byrne unterhält. Obendrein erlebt Cheyenne eine aufregende aber schöne Geschichte, die sich zu einem waschechten Roadtrip quer durch die USA entwickelt. Er begegnet sämtlichen Menschen, denen man auf so einer Reise begegnen muss, erlebt alle notwendigen Dinge, die so ein Trip braucht. Trotzdem läuft der Film sehr weit fern ab jeglicher Konventlionen. Es ist kein typischer Roadmovie, aber es bietet einen unvergleichlichen Blick auf ein faszinierendes Land mit merkwürdigen aber nicht minder faszinierenden Bewohnern. Diese besondere scheinbar außen stehende Perspektive rührt daher, dass Regisseur Paolo Sorrentino kein Amerikaner ist. Der gebürtige Italiener wagt erstmals einen Blick über die Grenzen seiner Heimat und schafft ein einmaliges und sympathisches Bild und gleichzeitig einen ebenso einmaligen Charakter, der trotz seines schlichten Gemüts unglaubliche Tiefe zeigt.
„Cheyenne – This must be the Place“ macht sich gar nicht erst die Mühe, die Frage nach dem Sinn des Lebens zu suchen, denn schließlich ist die Hauptfigur in New Mexico und nicht in Indien. Abgesehen davon darf man eine der schillerndsten und coolsten Filmfiguren beobachten, die seit langem über die Leinwand gewandert ist. In Verbindung mit der tollen Story ist dieser Film schon jetzt ein unsterbliches Meisterwerk.
Never For Money – Allways for Love
This Must Be The Place (I,GB, USA, 2011): R.: Paolo Sorrentino; D.: Sean Penn, Frances McDormand, Judd Hirsch, u.a.; M.: David Byrne, u.a.
In Weimar: lichthaus
Der Filmblog zum Hören: Im neuen Jahr wieder jeden Donnerstag, 12:25 auf Radio Lotte Weimar.
Cheyenne war offensichtlich noch nie ein besonders lebenslustiger Mensch. Das ist dermaßen offensichtlich, dass es schwer fällt, etwas offensichtlicheres festzustellen. Er hat ein großes Haus, lebt mit seiner Frau zusammen, müsste glücklich sein, ist es aber nicht, weil er deprimierend sein muss. Früher hat er dadurch den großen Wurf gemacht. Hat deprimierende Songs geschrieben und wurde berühmt. Man könnte sagen, er hat Spaß am traurig sein. Andere stellen fest, er hat im Alter von 15 Jahren angefangen, sich zu schminken und hat 30 Jahre später nicht damit aufgehört. Er mag ein komischer Vogel sein, aber tief in seinem Innersten ist Cheyenne ein Kind geblieben, welches sich nie mit den großen Problemen des Lebens auseinander setzen musste, die in den späteren Songs besungen wurden. Das muss er allerdings jetzt nachholen. Sein Vater liegt im Sterben und hat der Nachwelt und seinem Sohn eine unglaublich fordernde Aufgabe hinterlassen. Cheyenne muss nach Amerika reisen und dort einen geflohenen Naziverbrecher aus Auschwitz jagen.
Sean Penn ist ein Schauspieler, der sich zuverlässig aus dem filmischen Abseits von Nebenrolle zu Nebenrolle gehangelt hat. Wenn man ganz genau aufpasst erkennt man zum Beispiel in Brian De Palmas „Carlitos Way“ zwei Dinge. Sean Penn spielt den Anwalt und besten Freund von Carlito und Sean Penn war schon immer ein guter und enorm wandlungsfähiger Schauspieler. Diese Wandlungsfähigkeit wurde 2008 mit einem Oscar für den besten Hauptdarsteller in Gus Van Sants „Milk“ honoriert. Nun setzt er als Cheyenne noch einen drauf. Man kann ein Phänomen beobachten, welches sehr selten in Filmen auftaucht, aber wenn man es erlebt, ist die Begeisterung groß. Sean Penn verinnerlicht die Rolle sehr stark und man gewinnt den Eindruck, er ist Cheyenne, ohne ihn spielen zu müssen. Dieser Eindruck verstärkt sich zum Beispiel, wenn sich Cheyenne mit realen Menschen, wie David Byrne unterhält. Obendrein erlebt Cheyenne eine aufregende aber schöne Geschichte, die sich zu einem waschechten Roadtrip quer durch die USA entwickelt. Er begegnet sämtlichen Menschen, denen man auf so einer Reise begegnen muss, erlebt alle notwendigen Dinge, die so ein Trip braucht. Trotzdem läuft der Film sehr weit fern ab jeglicher Konventlionen. Es ist kein typischer Roadmovie, aber es bietet einen unvergleichlichen Blick auf ein faszinierendes Land mit merkwürdigen aber nicht minder faszinierenden Bewohnern. Diese besondere scheinbar außen stehende Perspektive rührt daher, dass Regisseur Paolo Sorrentino kein Amerikaner ist. Der gebürtige Italiener wagt erstmals einen Blick über die Grenzen seiner Heimat und schafft ein einmaliges und sympathisches Bild und gleichzeitig einen ebenso einmaligen Charakter, der trotz seines schlichten Gemüts unglaubliche Tiefe zeigt.
„Cheyenne – This must be the Place“ macht sich gar nicht erst die Mühe, die Frage nach dem Sinn des Lebens zu suchen, denn schließlich ist die Hauptfigur in New Mexico und nicht in Indien. Abgesehen davon darf man eine der schillerndsten und coolsten Filmfiguren beobachten, die seit langem über die Leinwand gewandert ist. In Verbindung mit der tollen Story ist dieser Film schon jetzt ein unsterbliches Meisterwerk.
Never For Money – Allways for Love
This Must Be The Place (I,GB, USA, 2011): R.: Paolo Sorrentino; D.: Sean Penn, Frances McDormand, Judd Hirsch, u.a.; M.: David Byrne, u.a.
In Weimar: lichthaus
Der Filmblog zum Hören: Im neuen Jahr wieder jeden Donnerstag, 12:25 auf Radio Lotte Weimar.
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