Donnerstag, 11. August 2011

Barney's Version

Romanverfilmungen haben es immer schwer. Viele Leute haben das Buch gelesen und gehen also mit entsprechenden Erwartungen ins Kino, die natürlich meistens nicht erfüllt werden. Handelt es sich um ein Buch, welches sehr große finanzielle Erfolge einfahren konnte, wird die Sache noch ein bisschen schwieriger. Das Studio will möglichst viel Geld aus der Zitrone pressen, also werden supertolle und vor allem superteure Schauspieler engagiert, ein hochkarätiger Regisseur wird eingesetzt und der Autor des Romans bekommt Zutritt zum Set und darf alle Nasen lang intervenieren, wenn ihm irgendwas nicht passt. Dieser ganze Aufwand, nur um hinterher von der Mehrheit der Zuschauer zu hören, dass das Buch doch besser sei, obwohl das eigentlich von vorn herein klar war? Es gibt seltene, aber um so angenehmere Ausnahmen, wie der neue Film von Richard J. Lewis, „Barney's Version“ beweist.

Barney hat ein Problem. Er hat die perfekte Frau gefunden. Sie ist wunderschön, intelligent und witzig und Barney hat das erste Mal in seinem Leben das Gefühl, richtig verliebt zu sein. Wo liegt jetzt eigentlich das Problem? Ach ja! Barney hat diese besagte Frau gerade kennen gelernt und zwar auf seiner eigenen Hochzeit. Er hat der reichen tochter eines angesehenen Mitglieds der jüdischen Gemeinde das Jawort gegeben und schon hat es ihn eiskalt erwischt. Nun ist er wild entschlossen, alles zu unternehmen, um Miriam zu bekommen und heckt einen rafinierten und perfiden Plan aus, um seine Ehefrau irgendwie loszuwerden. Ausführung dieses Plans kommt es allerdings nicht, denn Barneys bester Freund Boogie funkt dazwischen und sorgt sozusagen aktiv dafür, dass die Scheidung eingereicht wird. Umgehend. Barney lässt keine Minute tatenlos vergehen und rast sofort nach New York, um sich um seine Angebetete Miriam zu kümmern. Bald führt er zusammen mit ihr ein gutes Leben. Mit dem Geld, welches er bei einer Produktionsfirma für billige Seifenopern verdient, kann er sich und seiner jungen Familie ein gutes Leben bieten. Doch nach einer Weile scheint Miriam unzufrieden mit ihrem Leben zu sein, ein neuer, viel zu netter – ja geradezu scheißfreundlicher – Nachbar kommt immer wieder zu Besuch und ein Polizist bedrängt Barney immer wieder und bezichtigt ihn eines schweren Verbrechens.

Paul Giamatti ist ein guter Schauspieler. Ich mag ihn sehr, denn er spielt immer ganz normale Typen; den unteren Durchschnitt sozusagen. Oder er spielt Typen, die ganz und gar nicht normal sind, gibt ihnen aber durch seine Darstellung eine sehr sympathische und natürliche Note, wie man zum Beispiel in „Shoot 'em Up“ sehr eindrucksvoll sehen kann. In „Barney's Version“ spielt er den sarkastischen, neurotischen, aber irgendwie liebenswerten Barney Pernofsky, den der Film durch sein ganzes Leben begleitet, der dem Zuschauer ein unglaublich detailiertes Fenster in die wilden 70er Jahre öffnet. Die Atmosphäre des Films wird durch einen dezenten, aber irgendwie auch bissigen und sarkastischen Ton geprägt, der im Film immer wieder als typisch jüdischer Humor klassifiziert wird. Neben einer nahezu epischen Erzählart fällt aber eben vor allem die charismatische Hauptfigur in den Fokus. Paul Giamatti spielt vielseitig und überzeugend die unterschiedlichen Altersstufen der Figur. Besonderes Augenmerk liegt auf Dustin Hoffman, der als Barneys Vater und alternder Polizist einen kleinen, aber denkwürdigen Auftritt absolviert. Der Film ist außerdem durchsetzt mit gleichermaßen witzigen, wie auch traurigen Szenen und bietet damit alle Zutaten für eine waschechte Tragikomödie, die zusätzlich noch auf wahren Begebenheiten basiert. Richard J. Lewis hat sich für einen schlichten, leicht angestaupten Stil entschieden, der in seiner Ästhetik an „Der Pate“ oder „Es war einmal in Amerika“ erinnert. Dieses Gefühl kommt auf durch die alten Autos, oder durch die Frisurenund nicht zu Letzt durch ein leicht körniges und blasses Bild. Zusammen mit der sehr schönen Musik von Pasquale Catalano ergibt sich ein stimmiges Kleinod, derer Art man lange nicht gesehen hat.

„Barney's Version“ ist ein sehr schöner Film, der immer wieder zwischen Witz und Melancholie hin und her schwankt. Der Film wurde zwar im Vorfeld immer mit Alexander Paynes „Sideways“ verglichten, die einzige Gemeinsamkeit ist aber tatsächlich der Hauptdarsteller, der hier eben beweist, wie vielseitig ein Schauspieler sein kann, der bisher lediglich als Charakterdarsteller gehandelt wurde. Vielleicht wird es demnächst dann tatsächlich einen Durchbruch für Paul Giamatti geben.

Barney's Version (USA, 2010): R.: Richard J. Lewis; D.: Paul Giamatti, Dustin Hoffman, Rosamund Pike, u.a.; M.: Pasquale Catalano; Offizielle Homepage

Kineast On Air: Jeden Donnerstag, 12:25 Uhr auf Radio Lotte Weimar.

Freitag, 22. Juli 2011

Preview - Nichts zu verzollen

Bundesstart: 28.07.2011

Sind wir bereit für den Sommer? Für das Sommerloch? Mittlerweile ist gar nicht so sicher, ob sowohl das eine, als auch das andere in diesem Jahr überhaupt noch kommt. Trotzdem gibt es auch in diesem Jahr die üblichen Sommerfilmchen. Leichte Unterhaltung, nicht zu anstrengend und man kann lachen und im Falle von Dany Boons neuem Film „Nichts zu verzollen“ handelt er ein Thema historischer Bedeutung auf authentische und liebenswerte Art ab.

Im Rahmen der EU-Reform in den 90er Jahren soll die belgisch-französische (oder eben französisch-belgische) Grenze geöffnet werden, um das Reisen zwischen den Nachbarländern zu erleichtern. Eigentlich ein Grund, sich zu freuen, aber der belgische Zollbeamte Ruben findet das gar nicht in Ordnung. Er hasst die Franzosen und ganz besonders hasst er seine französischen Kollegen. Mathias vom französischen Zoll ist stets seinen hinterhältigen Attacken und – sagen wir mal – Verbalinjurien ausgeliefert. Mathias ist ein sehr friedlicher Mensch und hat Ruben wenig entgegen zu setzen. Das hat allerdings noch einen anderen Grund. Mathias ist heimlich mit Rubens Schwester Louise liiert. Ruben darf also niemals heraus finden, dass seine Schwester mit einem Franzosen zusammen ist. Dann rückt der Tag der Grenzöffnung näher und beide Länder beschließen die Gründung einer mobilen Zollkontrolle. Schnell ist klar, welche beiden Beamten diese Einheit bilden sollen.

Hier ist der neue Streich von Dany Boon, den berühmten französischen Schauspieler und Regisseur, den wir in Deutschland aber erst seit wenigen Jahren und seinem Film „Willkommen bei den Sch'tis“ kennen. Nun hat das Team um Boon eine neue Komödie gemacht, die beinahe das gleiche Grundmotiv bietet. Es geht im weitesten Sinne um Gegensätze und Menschen, die sich ihren Vorurteilen stellen müssen um sich irgendwann zusammen raufen zu können. Steht zunächst zu befürchten, dass es sich bei „Nichts zu verzollen“ nur um einen Aufguss der selben Geschichte handelt, werden diese Befürchtungen schnell vertrieben. Der Hintergrund dieser Geschichte ist ein ganz anderer, als das bei den Sch'tis der Fall war. Hier wurde sehr gründlich recherchiert, um ein authentisches Bild einer realen Situation zeichnen zu können. Trotz eines seriösen Hintergrundes, vollbringt Dany Boon – nicht zuletzt Dank seiner eigenen Schauspielleistung – das Kunststück, den lockeren Ton, den man seit den Sch'tis so mag, unterzubringen, ohne dass es zu albern oder unangebracht wirkt. Es gibt zahlreiche absurde und urkomische Situationen, die eben genau durch den Kontrast zwischen dem ernsten Thema und der komödiantischen Machart erst so komisch werden. Auch sind die Figuren wieder sehr sorgfältig entwickelt. Auch, wenn sie klassischen Personenkonstellationen entsprechen, scheint keine Figur oberflächlich zu sein. Auch hier merkt man die Sorgfalt, die Dany Boon bei all seinen Filmen an den Tag legt. Bemerkenswert ist an dieser Stelle, dass Boon gar nicht der Star seines eigenen Films ist. Sein Auftritt ist im Vergleich zu Benoit Poelvoorde sehr reduziert. Der rassistische Zöllner von belgischer Seite ist toll konstruiert und wird überzeugend gespielt.

„Nichts zu verzollen“ ist ein kleiner Spaß für den Sommer, der sowohl zu unterhalten vermag, als auch überzeugend auf ein Kapitel der europäischen Geschichte hinweist, welches besonders hierzulande selten thematisiert wird. Das schöne ist außerdem, dass man sich auch dann noch köstlich amüsieren kann, wenn einem das völlig egal ist, und das schaffen die wenigsten Filme dieser Machart, besonders, wenn sie aus Frankreich kommen.

Rien à Declarer (F,B, 2010): R.: Dany Boon; D.: Benoit Poelvoorde, Dany Boon, Julie Bernard, u.a.; M.: Philippe Rombi; Offizielle Homepage

In Weimar: lichthaus (ab 28.07.2011)

Rezensionen On Air: Jeden Donnerstag, 12:25 Uhr auf Radio Lotte Weimar.

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2

Es ist vorbei. Zehn Jahre Kampf zwischen Gut und Böse gipfelten kürzlich mal wieder in einer epischen und fulminanten Filmschlacht, bei der kein Auge trocken blieb. Kaum zu glauben, dass es wirklich schon zehn Jahre sind. Erst gestern, so scheint es, stieg der kleine Harry das erste Mal in den Hogwartsexpress. Wie faszinierend damals noch alles war. Das hinüber schreiten zum Gleis 9 ¾ war mindestens ein ebenso großes Abenteuer, wie das Große Festmahl, ganz zu schweigen vom Auffinden des Steins der Weisen und die erste Konfrontation mit dem dunklen Lord Voldemort. Am 14. Juli nahm nun eines der ambitioniertesten Filmprojekte und erfolgreichsten Filmserien aller Zeiten ihr Ende.

Erinnern wir uns kurz. Harry Potter hat sich die Aufgabe gestellt, die sieben Horkruxe zu finden und zu zerstören. Hierbei handelt es sich um magische Gegenstände, in denen Voldemort Teile seiner Seele versteckt hat. Wenn man diese Gegenstände zerstört, kann man den finsteren Lord selbst besiegen. Die Suche nach den Horkruxen ist nicht besonders einfach, denn überall lauern Todesser und das ganze Land ist unter Kontrolle der dunklen Hexer. Harry, Ron und Hermine sind auf der Flucht und haben nun erfahren, dass Voldemort auch noch die Heiligtümer des Todes haben will, um unbesiegbar zu werden. Im aller letzten Teil nun versammeln sich alle in Hogwarts. Hier hat inzwischen Severus Snape das Kommando übernommen und führt ein strenges und hartes Regime. Harry hat mittlerweile die meisten Horkruxe zerstört und muss sich nun mit seinen Freunden auf die entscheidende Schlacht vorbereiten. Gleichzeitig wird er aber immer wieder mit seiner Rolle als Auserwählter und mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Außerdem besteht eine unheimliche Verbindung zwischen ihm und Voldemort, so dass nie sicher ist, ob Harry nicht selbst auch zum dunklen Lord werden könnte.

Hach! Auch wenn ich irgendwann das Interesse an den Büchern verloren habe, und die Filme meiner Meinung nach immer mehr abflachten, kann ich mir ein gewisses wehmütiges Gefühl nicht verkneifen. Es ist wirklich vorbei! Die Geschichte ist fertig erzählt und sie wird nicht weiter gehen. Zumindest, wenn man Joanne K. Rowling glauben darf. Im letzten Film wird erwartungsgemäß das bewährte Konzept der letzten Jahre weiter verfolgt. Alles ist sehr düster, deprimierend, mit rasanten Actionszenen und kleinen, auflockernden Witzchen versetzt und alles läuft in galoppierendem Tempo einem epischen Finale entgegen, dass im Vergleich mit dem ersten Potter-Film dann doch ein bisschen den Rahmen sprengt. Erinnert ihr euch? Die kleinen niedlichen Kinder, die zum großen Finale im „Stein der Weisen“ ein nervenaufreibendes Schachspiel absolvieren mussten? Schach wird zur Massenschalcht ala Herr-der-Ringe, bei der die Beteiligten fallen, wie die Fliegen. Nicht nur Harry Potter ist erwachsen geworden, auch die Ganze Machart des Films richtet sich eindeutig an erwachsenere Zuschauer. Die zum Teil schockierenden Gewaltszenen rütteln einen immer wieder wach und man muss sich daran erinnern, dass man „Harry Potter“ guckt und nicht irgendeinen Mittelalterfilm mit martialischer Schlachtenplatte. Okay! Ganz so schlimm ist natürlich nicht, aber auch hier kommt wieder die Frage der Verhältnismäßigkeit, die erstaunlicher weise dazu führt, dass man sich häufiger an den Erstling von 2001 erinnert, als bei den anderen Filmen. Wie schon beim ersten Teil des Finales merkt man auch hier wieder, dass dieses Doppelfeature ein Geschenk an die Fans ist. Menschen, die noch nie etwas von Harry Potter gehört haben, stehen durchweg im Regen und ihnen wird auch nicht erklärt, was Sache ist. Wer HP7.1 nicht gesehen hat, braucht sich gar nicht in den Kinosaal zu wagen, denn der Storyanteil des Buches wurde im ersten Teil größtenteils absolviert. Die Frage des Vorgängers bleibt bestehen: Wie viel kann ein Film wert sein, der nicht in der Lage ist, für sich allein zu stehen, ohne nicht ständig die Schützenhilfe der Fangemeinschaft im Rücken zu haben? Harry Potter ist ein Phänomen der modernen Kultur. Eine mittellose Schriftstellerin erfindet die berühmteste Romanfigur der letzten 10 Jahre, verkauft diese Idee an die richtigen Leute, die es tatsächlich schaffen, eine gut geölte Geldmaschine daraus zu machen. Und diese Maschine soll jetzt einfach still stehen? Mir fällt es sehr schwer, das zu glauben und ich bin sehr gespannt, was in den nächsten Jahren noch aus dem Potter-Universum auf uns zu kommt.

„Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2“ ist trotzdem ein mehr als würdiger Abschluss der Saga. Sämtliche Defizite an Epicness und spektakulären Szenen, die es in den Vorgängerfilmen gegeben haben mag, werden nachgeholt und das Auge wird von Anfang an mit tollen Bildern verwöhnt.

---------------------SPOILER--------------------

Ein wenig befremdlich wirkt die letzte Szene, in der man Harry und seine Freunde als erwachsene Menschen sieht, die ihre eigenen Kinder zum Bahnhof bringen. So bekommt das ganze ein wagnerartiges Zyklusfeeling, dass noch mehr den Verdacht nährt, dass nach HP7.2 noch lange nicht Schluss ist.

Harry Potter and the Deathly Hallows Part 2 (GB, 2011): R.: David Yates; D.: Daniel Radcliffe, Rupert Grint, Emma Watson, u.a.; M.: Alexandre Desplat; Offizielle Homepage

In Weimar: CineStar

Rezensionen On Air: Jeden Donnerstag, 12:25 Uhr auf Radio Lotte Weimar.

Montag, 11. Juli 2011

Sommer 2011

Der Sommer steht vor der Tür und was gibt es Schöneres, als ins wohl temperierte Kino zu gehen, und sich mal mehr, mal weniger gut unterhalten zu lassen? Auch wenn das Sommerloch in seinen ersten Ausläufern schon zu spüren ist, und es die ein oder andere Kinowoche geben wird, in der nicht all zu Sehenswertes startet, kann man sich die Zeit versüßen, um sich wie ein kleines Kind auf kommende Highlights zu freuen. Willkommen also zu einer weiteren Ausgabe einer fröhlichen Ansammlung lauter lustiger Filmtitel und Phrasendreschereien, sowie Einschätzungen und Spekulationen der wildesten Art.


Fangen wir an mit leichter Kost: Seit einer Weile läuft „Der Zoowärter“. Es geht um den dümmlich-sympathischen Zoowärter Griffin, der als absoluter Experte für alle Tiere gilt. Nur mit Frauen hat er eben andauernd Pech und es will einfach nicht klappen. Eines Tages taucht die bildhübsche Kate auf und Griffin verliebt sich hals über Kopf, verliert aber durch seine Tolpatschigkeit jede Chance und Hoffnung, bei ihr zu landen. Die Tiere im Zoo entschließen sich nun, ihm zu helfen, wobei natürlich npch mehr schief geht. Dieser Film ist ein neuer Vertreter eines Genres, welches bereits seit Beginn der Filmgeschichte existiert, der Slapstick-Komödie. In den Hauptrollen sehen wir Kevin James (King Of Queens) imd Rosario Dawson (Sin City) und außerdem zahlreiche, computeranimierte und sprechende (!) Tiere. Interessant ist außerdem, dass man selten jemanden persönlich kennt, der sich solche Filme im Kino ansieht und trotzdem wird auch „Der Zoowärter“ sagenhafte Erfolge einfahren. Mich soll es nicht stören. Es ist seichte Unterhaltung für den Sommer, die niemanden wehtut.


Am kommenden Donnerstag wird übrigens alles enden. Der bereits seit zehn Jahren andauernde Kampf zwischen Harry Potter und Lord Voldemort. Tausende Fans haben auch das letzte Buch längst gelesen und wissen natürlich, wie die Geschichte ausgeht. Trotzdem wollen sie vor Spannung und Aufregung förmlich zerplatzen. Der letzte Teil soll spektakulärer denn je werden, voll gepackt mit Spezialeffekten, nervenaufreibenden Kämpfen und Actioneinlagen. Ich habe die anderen sieben Teile gesehen, da werde ich mir diesen hier eben auch noch angucken. Spannender ist für mich allerdings eher die Frage, was denn nach Abschluss der reihe mit den drei Hauptdarstellern passiert. Rupert Grint hat zum Beispiel durchblicken lassen, dass er sich aus der Schauspielerei zurück ziehen möchte und einen anderen Beruf erlernen will. Emma Watson möchte gerne Supermodel werden und hat angeblich schon für den Playboy posiert. Die dabei entstandenen Bilder dürfen erst veröffentlicht werden, wenn die Harry-Potter-Reihe abgeschlossen ist. Wir sind gespannt. Daniel Radcliff macht es vielleicht als einziger richtig und hebt die Tassen. In einem Interview mit der GQ gestand er nämlich, dass er bis vor einem Jahr ganz kurz davor stand, ein Alkoholproblem zu haben, was nach unseren Maßstäben wahrscheinlich heißt, dass er irgendwann in seinem Leben mal Alkohol getrunken hat. Wie auch immer, Hollywood hat oft genug die Geschichte von Kinderstars erzählt, die auf die schiefe Bahn geraten sind. Wer die drei Jungschauspieler also nochmal sehen will, bevor sie im Drogensumpf versinken, hat damit einen weiteren Grund gefunden, sich „HP7.2“ anzusehen.


Am selben Tag startet in Deutschland „Barneys Version“. Richard Lewis verfilmt den den bekannten Roman von Mordecai Richter. Paul Giamatti spielt den neurotischen, sarkastischen, trinkenden, politisch unkorrekten und trotzdem tot unglücklichen Barney Panofsky. Es erwartet den Zuschauer eine wunderbare kleine Komödie mit viel Charme und intelligentem Humor. Wem zum Beispiel „Sideways“ gefallen hat, sollte sich „Barneys Version“ nicht entgehen lassen.

Außerdem hält der Sommer noch ein paar Filme bereit, auf die ich mich ganz persönlich freue, da sie genau meinem – mitunter etwas seltsamen – Filmgeschmack treffen.
Ende Juli kommt „Green Lantern“ nach Deutschland. Die Comicverfilmung eines der coolsten DC-Helden wird von „Casino Royale“-Regisseur Martin Campbell inszeniert und der Trailer verspricht spektakuläre Action. Also genau mein Ding.
Im August startet außerdem „Super 8“, der neue Film von J.J. Abrahms, der wohl nun doch ganz anders wird, als man es angesichts der Trailer und viralen Werbekampagne erwartet hätte. Trotzdem freue ich mich sehr darauf, denn auf den Mann kann man sich spätestens seit „Star Trek“ hundertprozentig verlassen, es nicht zu versauen.
Große Überraschung und Freude verursachte bei mir der Trailer zu „Planet der Affen: Prevolution“. Der Film berichtet von den Anfängen der Affenrevolten, nachdem Wissenschaftler auf der Suche nach einem Heilmittel gegen Krebs oder so, mit Affen experimentierten, die immer intelligenter wurden. Wie die Geschichte ausgeht, kann man sich denken. Trotzdem sehen die von WETA produzierten Effekte fantastisch aus und James Franco spielt die Hauptrolle, Pflichtprogramm für mich zumindest. Comicfans können sich besonders in diesem Jahr wirklich satt sehen. Am 18. August startet „Captain America“ und nicht nur ich werde mit heller vorfreude ins Kino strömen.
Ein ganz besonderes Highlight gibt es Ende August. Dann nämlich startet Jon Favreaus „Cowboys & Aliens“. So albern der Titel sein mag, ist hier kein Trashfeuerwerk zu erwarten, sondern knüppelharte Action. Warum sollten die Außerirdischen nur in der Gegenwart oder Zukunft zur Erde kommen? So landen sie also im Wilden Westen und müssen sich Daniel Craig und Harisson Ford stellen. Die ersten Eindrücke des Films klingen viel versprechend und ich werde mir den Film auf jeden Fall ansehen.

Letzter Titel für heute bleibt mehr oder weniger kommentarlos stehen, denn jeder muss sich darüber seine eigene Meinung bilden. Totgeglaubt und doch niemals besiegt: Am 08.09. kommt „Conan“

Freitag, 24. Juni 2011

The Tree Of Life

Wer ist Terence Malick? In erster Linie ist er ein Regisseur, der in keine Schublade, die Hollywood in all den Jahren mal mehr mal weniger freiwillig etabliert hat, hinein passt. 1973 verblüffte er mit „Badlands“, einem ambitionierten und stilsicheren Erstling, der übrigens heute noch von tausenden Fans diskutiert und analysiert wird. Philosophen und Theologen debattierten unzählige Male die Aussagen und Botschaften dieses Films. Filmexperten sehen in „Badlands“ außerdem die perfekte Fusion aus Filmsinfonie und dem „Lovers on The Run“-Motiv und damit die Schaffung eines komplett neuen Genres. Schon damals schlug sich in Ansätzen das nieder, was Malick im Laufe seines Schaffens immer exzessiver in seine Filme einfließen ließ: Die Frage nach dem Sinn unseres Daseins und die Darstellung eines der schwierigsten Motive im Film überhaupt. Das Menschsein. Sind seine bisherigen Filme vielleicht als Experiemente zu sehen, hat Malick nun in „The Tree Of Life“ die absolute Vollendung dieses Motivs geschaffen.

Die Story ist schnell erzählt und wiederholt jenen Satz, den man immer als erstes liest, informiert man sich in Artikeln über diesen Film: Es geht um eine Familie in den 50er Jahren. Jack ist der älteste von drei Brüdern. Während die Mutter die Einstellung vertritt, dass das Leben frei ist und man nur nach dem Prinzip der Gnade leben muss, um ein guter Mensch zu sein und dabei nicht den Glauben an das Gute verliert, predigt Jacks Vater das genaue Gegenteil. Nur der Stärkere überlebt. Gute Menschen kommen nicht weit und dem Gesetz der Natur ist jeder unterworfen. Unbewusst tragen die Eltern diesen Glaubenskonflikt durch ihren Sohn aus, der zunehmend desillusioniert wird. Als Erwachsener vegetiert Jack unmotiviert vor sich hin und fällt immer wieder in Erinnerungen an seine Kindheit zurück.

Die Story mag vielleicht nichts Besonderes sein und man hat genau dieses Motiv schon unzählige Male in filmischer Form gesehen. Einem Brad Pitt traut man vielleicht auch nicht die Rolle eines gestrengen und zugeknöpften Vaters in den amerikanischen 50ern zu. Und Terence Malick hat seinen letzten Film vor beinahe 10 Jahren abgeliefert. Was zum Teufel ist also so besonders an „The Tree Of Life“? Man muss es gesehen haben, denn dieser Film ist schlicht und ergreifend überwältigend. Malick wählt einen absolut unkonventionellen Erzählstil. Es wird verhältnismäßig wenig gesprochen und über weite Passagen sind unglaublich dicht arrangierte Bildkollagen zu sehen. Malik zieht auf sehr verblüffende Art geradezu bombastische Vergleiche, wenn er die recht simple Geschichte der Familie Jacks mit der Entstehung des Lebens auf der Erde gleichsetzt und diese Metapher in einer 20-Minütigen Sequenz gipfelt, in der man Bakterien und Einzellern beim Wachsen zu sieht, bis sie schließlich als mächtige Dinosaurier über die Erde stapfen. Die Bilder und die Komposition der Gleichen geschieht voller Anmut und bildet ein nahezu Ehrfurcht gebietendes Ganzes. Man wird sich plötzlich der Dimensionen bewusst, die das Leben haben kann. Die Geschichte der Familie wird auch ungewöhnlich erzählt. Es ist fast so, als würde man als Beobachter immer mal vorbei schauen. Manchmal kommt man mitten im Gespräch dazu und verlässt die Szene wieder, bevor der Satz beendet ist. Hierbei kommt ein unglaublich dynamischer Kamerastil zum tragen, der durch einen nicht weniger dynamischen Schnitt noch verstärkt wird. Ebenso ist Kombination aus klassischen Musikstücken, zum Beispiel von Smetana und die eigens komponierte Filmmusik von Alexandre Desplat tragendes Element der gesamten Atmosphäre dieses Films.
Im Nachhinein lässt sich sehr schwer sagen, was mir so sehr an „The Tree Of Life“ gefallen hat. Es ist die Flut ein Eindrücken, der man mehr als zwei Stunden lang ausgesetzt ist und es ist das Gefühl des Gigantischem, welches man bekommt. Es ist beinahe, als habe man an einer Offenbarung des Regisseurs teil. Das ist im Übrigen einem starken sakralem Tenor geschuldet, der ebenfalls zu den Hauptmotiven des Films gehört.

Abschließend ist eigentlich nur zu wiederholen: Man muss diesen Film gesehen haben. Ungeachtet dessen, was man von Terence Malick hält, ob einem der Film nun gefällt, oder ob man nichts damit anfangen kann. Dieser Film ist etwas ganz Besonderes und ich habe noch nie etwas vergleichbares gesehen. Man ist überwältigt und möglicherweise verzeiht man es sich nicht, wenn man „The Tree Of Life“ tatsächlich verpasst hat. Tue ich zum Abschied noch etwas absolut Einmaliges und Unerwartetes? Danke ich dem Regisseur für seine Arbeit? Ja! Danke Terence!

The Tree Of Life (USA, 2011): R.: Terence Malick; D.: Brad Pitt, Sean Penn, Jessica Chastain, u.a.; M.: Alexandre Desplat; Offizielle Homepage

In Weimar: lichthaus

Rezension On Air: Jeden Donnerstag, 12:25 Uhr auf Radio Lotte Weimar.

Freitag, 17. Juni 2011

Pirates Of The Caribbean - Fremde Gezeiten

Wenn man dieser Tage in den Nachrichten von Piratenüberfällen auf internationale Frachtschiffe hört, hat man automatisch ein bestimmtes Bild im Kopf. Eine Bande chaotischer, aber irgendwie liebenswerter Halunken klettern mit Enterhaken und Messer im Mund die Reeling hinauf. Augeklappe, Papagei auf der Schulter und wildes Geheul. Sie hissen die Piratenflagge, rauben und stehlen, was nicht niet- und nagelfest ist, nur um ihren erfolgreichen Beutezug hinterher in einer ausufernden Orgie mit viel Rum ausgiebig zu feiern. Dass das nicht ganz der Wirklichkeit entspricht, weiß ich natürlich auch, aber irgendwie ist mir die Vorstellung des typischen Piraten viel lieber. Vor allem jetzt, da einer der bekanntesten Piraten der Welt wieder in See sticht und ein weiteres spannendes Abenteuer voller Gefahren zu bestehen. Sein Name: Jack Sparrow. Verzeihung! Captain Jack Sparrow.

Erinnern wir uns kurz: Am Ende seines letzten Abenteuers „Am Ende der Welt“ steht Jack ziemlich alleine da. Obwohl seine Freunde die gefährliche Reise ins Totenreich unternommen hatten, nur um ihn zu retten, zog er sich ihren Unmut durch üble Tricks und Intrigen zu. So war er verlassen und mal wieder wurde sein Schiff, die „Black Pearl“ gestohlen. Doch ist er immer noch im Besitz jeder Menge Rum und einer speziellen Karte, die ihm den Weg zur Quelle der Jugend aufzeigt. Jahre später kommt er nach London, um hier wiederum seinen Freund Gibbs zu helfen, der gerade gehängt werden soll, weil man ihn für Jack hält. In der Stadt geht das Grücht um, Jack hätte ein Schiff und suche nun eine Mannschaft. Jack selbst hat aber noch nichts davon gehört, weshalb er davon ausgeht, ein Betrüger sei in der Stadt. Der König von England hat auch davon gehört und will Jack an heuern für ihn die Quelle der Jugend zu finden, bevor die verhassten Spanier sie erreichen. Hier macht allerdings Kapitän Barbossa seinen Anspruch auf diesen Auftrag geltend, schließlich ist er hoch offiziell Freibeuter im Namen der Krone. Nach wildem Handgemenge landet Jack in einer düsteren Spielunke. Hier trifft er auf seine frühere Angebetete Angelica, die sich tatsächlich als Jack Sparrow verkleidet hat, um Männer anzuheuern. Sie wiederum arbeitet für den berüchtigten Blackbeard, der ebenfalls zur Quelle der Jugend unterwegs ist, um einer Prophezeiung entgegen zu wirken, nach der ein Einbeiniger für seinen Tod verantwortlich sein soll. Alle Parteien sind wild entschlossen und ein gefährliches Rennen beginnt. Mittendrin steht Jack, der wie immer versucht, alle Seiten gegeneinander auszuspielen, damit er letztendlich seine Ziele erreichen kann.

Hört sich nach einem ziemlichen Kuddelmuddel an? Ist es nicht. Die Geschichte erreicht nicht annähernd die Komplexität der beiden Vorgänger und entpuppt sich als ein typisches Piratenabenteuer. Dieser Schritt sozusagen zurück zu den Wurzeln hat der Reihe sehr gut getan. Zum Ende wurden die älteren Filme nämlich viel zu groß und hatten mit der ursprünglichen Geschichte kaum noch etwas zu tun. Im vierten Ableger der Serie nun haben wir alte Figuren, die geschickt in der Handlung weiter geführt werden, ebenso, wie einige neue Figuren, die sich ebenfalls nahtlos zu der bunten Truppe gesellen. Die Story besteht wieder aus der Mischung aus Seefahrermythologie und spaßigen Intrigen. Das grundlegende Motiv, dass prinzipiell niemandem zu trauen ist, der Pirat ist, oder zumindest mal ein Pirat war, sorgt für zahlreiche Wendungen, die der Geschichte den nötigen Drive geben. Angenehm fällt auf, dass die Optik wieder wesentlich „organischer„ geworden ist. Überbordende Spezialeffekte werden nur äußerst selten eingesetzt und man baut stattdessen auf starke Kulissen und Drehorte an Originalschauplätzen. Schauspielerisch bieten alle Darsteller solide Kost. Man stellt sich gerne vor, dass sie alle ihren Spaß hatten, vor allem Johnny Depp. Er hat mehr, als jeder andere in dieser Serie seine Rolle durch seine überzeugende Darstellung geprägt und verinnerlicht, so dass man im Film unterbewusst gar keinen Unterschied mehr zwischen Jack Sparrow und Johnny Depp macht. Soll heißen: Niemand anderes wird jemals diese Rolle spielen können.

„Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten“ ist durchaus gelungen, vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich bereits um den vierten Teil der Serie handelt und man erfahrungsgemäß immer davon ausgehen kann, dass die Filme einer Reihe immer schlechter werden, je höher die Ziffer hinter dem Titel ist. Die Story wurde sinnvoll weiter geführt, die neuen Figuren passen gut zu den alten und das Feeling der alten Filme geht nicht durch zu aggressive neue Elemente unter. Fans der Piratesaga dürften den Film ohnehin schon gesehen haben, allen anderen wird ein kurzweiliger Ausflug in die gute alte Piratenzeit sicherlich auch nicht schaden.

Pirates Of The Caribbean – On Stranger Tides (USA, 2011): R.: Rob Marshall;
D.: Johnny Depp, Penelope Cruz, Ian McShane, u.a.; M.: Hans Zimmer; Offizielle Homepage

In Weimar: CineStar

Rezensionen On Air: Jeden Donnerstag, 12:25 Uhr auf Radio Lotte Weimar.

Source Code

Duncan Jones überraschte und überzeugte vor zwei Jahren mit einem gleichermaßen spannenden und aufwühlenden, wie auch sinnlichem Regiedebut. In „Moon“ zeigte er, dass Science Fiction auch heutzutage nicht oberflächlich sein muss, sondern sogar überzeugende Gesellschaftskritik transportieren kann und durch die charismatische Darstellung Sam Rockwells ist hier ein Film gelungen, der lange im Gedächtnis bleiben wird. Ob das in Jones' neuen Film „Source Code“ auch gelingt? Ohne, all zu viel vorweg zu nehmen: Ja, er hat es wieder geschafft.

Alles beginnt in einem Zug. Captain Stevens erwacht und weiß zunächst nicht, wo er ist. Ihm gegenüber sitzt die bildhübsche Christina, die ihn gut zu kennen scheint, auch, wenn er sie noch nie gesehen hat. Schnell wird klar, woran das liegt. Stevens befindet sich im Körper eines anderen. Allerdings hat er keine Ahnung, wie es dazu kommen konnte und was er in diesem Zug macht. Viel Zeit zum Überlegen hat er nicht, denn der Zug explodiert wenige Minuten später und mit Stevens kommen alle Insassen ums Leben. Nun erwacht er in einer Art Kapsel, angeschlossen an allerlei Gerätschaften und auf einem Bildschirm erscheint die kühle Major Goodwin. Sie stellt ihm allerlei Fragen und macht merkwürdige Konzentrationstests, ohne jedoch seine Fragen zu beantworten. Bald stellt sich heraus, dass es sich um ein neuartiges Experiment handelt. Durch modernste Computer ist man in der Lage, Captain Stevens in die Erinnerungen eines der verstorbenen Insassen des Zuges reisen zu lassen. Er hat nun den Auftrag, nach Hinweisen auf den Hergang der Explosion und den Täter zu suchen, um ein weiteres, noch viel größeres Attentat zu verhindern. Er hat dafür allerdings lediglich acht Minuten Zeit. Bevor er es sich versieht, wird Stevens erneut weg geschickt und landet wieder in dem Zug gegenüber der bildhübschen Frau.

Wie schon so oft in zahlreichen Science-Fiction-Filmen gesehen, stellt auch „Source Code“ die Frage nach der Wirklichkeit. Ist das, was um dich herum geschieht echt, oder nur eine Illusion? Diese Kernaussage des Films kommt allerdings ganz langsam und Stück für Stück an die Oberfläche, denn zunächst ist man voll und ganz vom Attentatsplot gefesselt. Erst nach einer Weile dämmert es dem Zuschauer, zusammen mit Captain Stevens, dass es sich hierbei um wesentlich größere Dimensionen handelt, als zunächst angenommen. Jones verbindet diese beiden Handlungsstränge so geschickt, dass man ein kleine Portion der eigenen Fantasie nutzen muss, um dahinter zu steigen. Der Film nimmt einen an die Hand, allerdings ohne einen mit der Nase drauf zu stupsen. Es ist eine sehr gründlich und clever konstruierte Geschichte. Visuell unterscheiden sich die beiden Ebenen der Geschichte auch sehr stark. Im Zug ist alles sehr nah. Die Enge der Fahrgastkabinen lässt nur die Darstellung von einzelnen Körperpartien zu. Nie sieht man den ganzen Menschen. Auch die Geräusche sind sehr intensiv und man achtet auf jedes Detail im Hintergrund. Die andere Ebene scheint weitläufiger zu sein. Ein großes Büro, voll gestopft mit Computern und Wissenschaftlern und im Kontrast dazu eine feuchte und dunkle Kapsel, in der Stevens eingesperrt zu sein scheint. Dazu kommt die sehr intensive und packende Musik von Chris Bacon und die kraftvolle Darstellung von Jake Gyllenhaal und Vera Farmiga. Förmlich alles an diesem Film schreit: „Ich bin anders, als andere Filme!“

„Source Code“ ist wahnsinnig spannend und trabt bis zum schockierenden Ende zur absoluten Höchstform auf. Nach „Moon“ hätte man nicht geglaubt, dass Duncan Jones ein weiteres gesellschaftskritisches Science-Fiction-Kunststück gelingen würde, doch auf den Mann scheint Verlass zu sein und hiermit empfehle ich ohne jeden Vorbehalt, den Film anzusehen.

Source Code (USA, 2011): R.: Duncan Jones; D.: Jake Gyllenhaal, Vera Farmiga, Michelle Monaghan, u.a.; M.: Chris Bacon; Offizielle Homepage

In Weimar: CineStar

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